Montag • 1. Juni
Interview
06. Mai 2020

Wie ein Pastorenehepaar Covid-19 überstand

Der Pastor Konstantin Kruse mit seiner Ehefrau Judith. Foto: Privat
Der Pastor Konstantin Kruse mit seiner Ehefrau Judith. Foto: Privat

Wetzlar (idea) – In Zeiten von Seuchen wie der Corona-Pandemie ist es umso wichtiger, tief in der Liebe Gottes verankert zu sein. Das sagte der Pastor der pfingstkirchlichen Ecclesia Church mit Standorten in Nürnberg, Erlangen und Ansbach, Konstantin Kruse, in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar).

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Kruse hatte sich Ende Februar ebenso wie seine Frau Judith mit dem Corona-Virus angesteckt. Beide wurden für zwei bzw. drei Wochen stationär behandelt. Kruse war als einer der Hauptredner beim Willow-Creek-Leitungskongress Ende Februar in Karlsruhe vorgesehen. Wegen der Ansteckungsgefahr wurde der Kongress mit 10.000 Teilnehmern abgebrochen.

Konstantin Kruse bekannte, er habe gespürt, wie Jesus Christus in Krisenzeiten stärke. Er habe darauf vertraut, dass „Gott uns durch diesen Sturm führt“. Er rechne damit, dass Sicherheiten immer wieder erschüttert würden. In seinen Endzeitreden spreche Jesus von Kriegen, Seuchen, Erdbeben und Hungersnöten und kündige an, dass dies nur der Anfang der Wehen sei (Matthäus 24,8). Kruse: „Wir sehen, dass sich die Abstände verkürzen und die Ereignisse extremer werden.“

In Krisenzeiten merke man, worauf man sein Leben wirklich bauen könne. Wer seine Hoffnung auf Jesus Christus setze, werde trotz aller Umstände einen übernatürlichen Frieden erleben. Die Krise gebe jedem die Chance, sich Gott neu zuzuwenden: „Das Coronavirus kann ein Weckruf sein, um sich Sünde gereuen zu lassen und umzukehren.“

Corona-Erkrankung war herausforderndste Zeit des Lebens

Judith Kruse bezeichnete die Corona-Erkrankung als bisher herausforderndste Zeit ihres Lebens. Sie habe unter Atembeschwerden und Schmerzen im Brustkorb gelitten. Zudem habe sich die Erkrankung länger hingezogen, bevor es besser wurde. Es liege eine „kleine Odyssee an Krankenhausaufenthalten, vielen Abstrichen und einer gewissen Fremdbestimmung“ hinter der Familie.

Am schlimmsten sei der Gedanke gewesen, plötzlich von den Kindern getrennt zu sein. Sie seien zu Hause von der Großmutter betreut worden, sehr tapfer gewesen und hätten jeden Abend für die Gesundheit ihrer Eltern gebetet. Die Zeit sei aber auch ein Geschenk gewesen, Gott intensiv zu suchen, die Bibel zu lesen und zu beten.

Durchgetragen habe ebenso der Zusammenhalt der Gemeinde. Gemeindemitglieder hätten zu Hause Einkäufe vorbeigebracht und Spielzeug für die Kinder vor die Tür gestellt. In der Klinik seien ebenso Geschenke für sie abgegeben worden. Judith Kruse: „Gott ist da, und sein Wort hat auch in Krisen Bestand, und auch die Glaubensgeschwister sind da, die einen tragen.“