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Evangelist
26. Oktober 2018

Theo Lehmann: Abgesang auf Evangelisationen ist „Schwachsinn“

Der Evangelist und Pfarrer Theo Lehmann. Foto: idea/Wolfgang Köbke
Der Evangelist und Pfarrer Theo Lehmann. Foto: idea/Wolfgang Köbke

Walsrode/Chemnitz (idea) – Die Zeit der großen Evangelisationsveranstaltungen ist nicht vorbei. Wenn sie zeitgemäß gestaltet sind, stoßen sie auch heute noch auf großes Interesse. Diese Überzeugung äußerte der Evangelist und Pfarrer Theo Lehmann (Chemnitz) in der Zeitschrift „Aufbruch“ des Gemeindehilfsbundes (Walsrode). Der „Abgesang“ auf Evangelisationen begegne ihm immer wieder, sagte Lehmann im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Gemeindehilfsbundes, Pfarrer Joachim Cochlovius (Walsrode). „Diesen Schwachsinn höre ich nun seit 50 Jahren, vor allem aus dem Mund von denen, die Evangelisation grundsätzlich ablehnen“, so Lehmann. Ihm und anderen Evangelisten habe es nie an Arbeit und Einladungen gefehlt. „Vorbei ist lediglich der überholte Stil mit Posaunen- und Männerchören, Liedern in der Sprache Kanaans usw. Aber wenn man es richtig anpackt und bei der biblischen Botschaft bleibt, bleibt das Zelt nicht leer.“ Es sei sogar „eine der besten Möglichkeiten, die Botschaft von Jesus unter die Leute zu bringen“.

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Lobpreismusik wird „allmählich langweilig“

Lehmann äußerte sich ferner zum Erfolg seiner Gottesdienste zur Zeit der DDR in Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt). Über die jeweils rund 3.000 Besucher habe er sich gefreut, zugleich sei ihm „schmerzhaft bewusst“ gewesen, dass sehr viel mehr nicht kamen. Er habe „einfach seinen Dienst gemacht“: „Jedenfalls hat mich Gott glücklicherweise vor der ständigen Selbstbeobachtung und Reflexionsmasche bewahrt, mit der manche ihren Dienst messen und ihre Gefühlslage analysieren.“ Wer wie er im Krieg geboren sei, habe „weder Zeit noch Lust, sich dauernd am Puls zu fühlen“. Zur heute weit verbreiteten Lobpreismusik sagte Lehmann: „Wenn bei ständigen Wiederholungen, möglichst im Dreivierteltakt, der Herr und König auf den Thron erhoben wird, wird’s allmählich langweilig.“ Christliche Texte sollten „mit einfachen Worten die tiefsten Wahrheiten aussprechen, lebensnah und aktuell“. Auch gesellschaftliche Themen wie Abtreibung, „Ehe für alle“ und der Islam sollten in Liedern vorkommen. Der promovierte Theologe, Liederdichter und Buchautor Lehmann war von 1964 bis 1976 Pfarrer in Chemnitz. Weitere 22 Jahre arbeitete er als Evangelist der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

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