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Upgrade 2019
23. März 2019

Prof. Dietz: Sündenlehre ist ein „Schlüsselthema des Christentums“

Theologieprofessor Thorsten Dietz bei seinem Vortrag auf dem Kongress „Upgrade 2019 – weiter.echter.tiefer“ des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Foto: idea/Wolfgang Köbke
Theologieprofessor Thorsten Dietz bei seinem Vortrag auf dem Kongress „Upgrade 2019 – weiter.echter.tiefer“ des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Foto: idea/Wolfgang Köbke

Willingen (idea) – Christen können nicht darauf verzichten, von Sünde zu reden. Diese Ansicht vertrat der Theologieprofessor Thorsten Dietz (Marburg) am 22. März in einem Vortrag auf dem Kongress „Upgrade 2019 – weiter.echter.tiefer“ im nordhessischen Willingen. In der Kirche gebe es die Tendenz, nicht mehr davon zu sprechen. Stattdessen werde ein rein harmonisches Bild vom „lieben Gott“ vermittelt. Die Gründe dafür lägen in der Geschichte des Christentums begründet. Das christliche Abendland habe während des Mittelalters im Kampf gegen die Sünde eine „verblüffende Struktur der Gnadenlosigkeit hervorgebracht“. Die mittelalterliche Lehre von den sieben Todsünden (Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid, Faulheit) werde von vielen Menschen als bedrückend empfunden. Bis heute gelte die christliche Sündenlehre als lust- und lebensfeindlich. Sie sei aber „ein Schlüsselthema des Christentums“. Ohne sie könne man Menschen nicht verständlich machen, dass Jesus Christus sie erlöst habe. Deshalb müssten Christen Wege finden, von Sünde auf eine Weise zu reden, die „Menschen nicht kaputt macht“.

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Menschen werden von Gott unendlich geliebt

Sünde sei, was die Beziehung des Menschen zu sich selbst und zu Gott störe, so Dietz. Als „moderne“ Beispiele nannte der Theologe die Flucht in eine Sucht, übersteigertes Sicherheitsbedürfnis oder übertriebene Selbstlosigkeit. Die Ursache für solche Verhaltensweisen liege darin, dass „der Mensch nicht mit sich selbst zurechtkommt“. Die erlösende Botschaft von Jesus Christus sei, dass die Menschen von Gott unendlich geliebt würden, auch wenn die Sünde in ihrem Leben allgegenwärtig sei. Dietz: „Wir sind abgründiger als wir wissen, aber auch wertvoller, als wir glauben.“ Der Zukunftskongress „Upgrade 2019 – weiter.echter.tiefer“ des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes findet noch bis zum 24. März statt. An ihm nehmen 3.120 Vertreter von Verbänden, Werken und örtlichen Gemeinschaften teil, die sich zu dem pietistischen Dachverband halten.

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