Donnerstag • 27. Februar
Netzwerk Evangelium21: Regionalkonferenz in Riehen
05. Februar 2020

Mittelpunkt der Evangelisation?

Die Referenten von Evangelium21 im Gespräch: Felix Aeschlimann, Daniel Knoll und Matthias Lohmann. Foto: zvg
Die Referenten von Evangelium21 im Gespräch: Felix Aeschlimann, Daniel Knoll und Matthias Lohmann. Foto: zvg

Riehen (idea/pp) - Verschiedene Aspekte zum Thema Evangelisation standen im Mittelpunkt der fünften Regionalkonferenz des Netzwerkes Evangelium21 in Riehen bei Basel. Die Konferenz fand am 31. Januar und 1. Februar mit rund 160 Teilnehmenden aus der Schweiz und dem süddeutschen Raum statt.

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Gott im Mittelpunkt des Evangeliums

Daniel Knoll, Pastor der Immanuel-Gemeinde in Wetzlar, Deutschland, betonte, dass im Mittelpunkt des Evangeliums Gott selber und nicht die subjektiven Bedürfnisse des Menschen stünden. Die heutige Evangelisationspraxis werde vielfach der Botschaft der Heiligen Schrift nicht gerecht. "Jesus", so Matthias Lohmann, erster Vorsitzender von Evangelium21 und Pastor der FEG München Mitte, "ging mit dem reichen Jüngling aus Markus 10,17 bis 27 ziemlich konträr zu unserer heutigen Praxis um. Er stellte dessen Ideen über Errettung total auf den Kopf und nahm dabei sogar in Kauf, ihn zu verlieren." In dieselbe Kerbe schlug auch Samuel Sommer, Pastor der FMG in Oberburg-Burgdorf und Wynigen, indem er fragte, wo in der heutigen Evangelisationspraxis die Busse geblieben sei. In der Verkündigung sei sie weithin zugedeckt von "Lifestyle-Predigten", oberflächlichen Aufrufen und Moral. Sommer bezeichnete Busse als Abkehr von der Sünde und Hinwendung zu Gott. Sie müsse in der Evangelisation eine zentrale Rolle spielen: "Glaube und Busse gehören zusammen." Ohne sie gebe es keine Vergebung und keine Versöhnung mit Gott. Busse sei letztlich eine "Bankrotterklärung vor Gott". Der Mensch erkenne seine Sündhaftigkeit und erfahre Vergebung durch das, "was Jesus für uns am Kreuz getan hat". Dies führe zu einem frohen Glauben und einem Leben in Freiheit. Als Zeichen mangelnder Bussfertigkeit unter Christen nannte Sommer Unversöhnlichkeit, Geiz und die Angewohnheit, schlecht über andere zu reden.

Vor Stress und Druck bewahren

Bei der Evangeliumsverkündigung sind Aspekte wie Gott, Sünde, Christus und Glaube zu beachten, aber die konkrete Vermittlung dieser grundlegenden Wahrheiten sollte so unterschiedlich und vielfältig sein, wie Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit es auch sind.

Lohmann betonte den Reichtum der Schrift, aus dem das Evangelium sowohl durch Typologien aus dem Alten Testament als auch durch Darstellungen im Neuen Testament immer wieder neu und frisch dargestellt werden könne. Das Vertrauen in das Wort Gottes und den Heiligen Geist, die im Prozess der Umkehr eines Menschen wirkten, soll uns dabei vor unnötigem Stress und Druck bewahren. Dabei dürfe die Rolle eines glaubwürdigen Lebensstils nicht übersehen werden.

Felix Aeschlimann, Direktor des SBT Beatenberg, widmete sich der theologischen Frage nach dem Zusammenspiel der Souveränität Gottes in der Errettung von Menschen und der menschlichen Verantwortung im Auftrag der Evangelisation. In einem weiteren Vortrag zeigte er auf, dass vieles unserer heutigen Evangelisationspraxis auf Charles Finney zurückgehe, was theologisch jedoch durchaus zu hinterfragen sei.

Evangelium21 ist ein Netzwerk von Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinden, die das Vertrauen in die Heilige Schrift sowie eine reformatorisch ausgerichtete Theologie verbindet. Die nächste Konferenz findet vom 5. bis 6. Februar 2021 wiederum in Riehen statt, dann zum Thema Jüngerschaft.