Mittwoch • 20. Januar
Netzwerk Bibel und Bekenntnis
23. November 2020

Memorandum vier Jahre nach der Gründung

Das Memorandum beinhaltet die Kernanliegen des Netzwerks. Grafik: bibelundbekenntnis.de
Das Memorandum beinhaltet die Kernanliegen des Netzwerks. Grafik: bibelundbekenntnis.de

Kassel (idea) – Das theologisch konservative „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ mit Sitz in Kassel hat eine Erklärung über die Kernanliegen der Bewegung veröffentlicht. Wie es in dem „Kasseler Memorandum 2020 – Stimme sein und stärken“ heißt, will das Netzwerk Christen durch biblische Lehre in ihrem Glauben an Jesus Christus stärken. Es beziehe Stellung zu kontroversen Themen in den Landes- und Freikirchen, die Bibel und Bekenntnis widersprächen. Das Netzwerk setze sich dafür ein, dass das Bekenntnis zu Jesus Christus nicht als etwas Nebensächliches abgewertet werde. Einheit in Vielfalt könne nicht dadurch gewonnen werden, „indem wir uns vom biblisch begründeten Konsens verabschieden“. Christus dürfe nicht zur „leeren Hülse“ werden, die beliebig gefüllt werde und nicht mehr verbinde.

ANZEIGE

Weiter heißt es: „Unsere Aktivitäten sollen geprägt sein von der Liebe zu Jesus, der Treue zur Bibel, ermutigender Glaubensfreude und Eintreten für leidenschaftliche Evangelisation. In unseren theologischen Stellungnahmen wollen wir die seelsorgerische Dimension im Blick behalten.“ Das Netzwerk wolle insbesondere junge Christen in ihrem Glaubensleben fördern. Koalitionen mit politisch motivierten Interessensgruppen lehne man ab.

Der Gründer und Vorsitzende des Netzwerks, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel), sagte dazu auf Nachfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, es könne zu politischen Themen wie etwa Seenotrettung auch unter Christen verschiedene Meinungen geben, aber das Thema sei keine Bekenntnisfrage. „Wir wollen als Netzwerk ausschließlich theologischen Fehlentwicklungen entgegensteuern“, so Parzany.

Dem 2016 gegründeten „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ gehören Christen aus unterschiedlichen Kirchen und Gemeinden an. Derzeit hat es rund 2.800 Mitglieder. Zudem sind 35 landes- und freikirchliche Gemeinden sowie 46 Organisationen und Werke Teil der Bewegung.

Mit dem Memorandum wolle man vier Jahre nach der Gründung auch Rechenschaft über die eigene Arbeit abgeben, sagte Parzany. Das Papier wurde von der „Fortsetzungsgruppe“ (Leitungskreis) des Netzwerks verabschiedet. Vorausgegangen war eine Umfrage unter 85 Leitern bekennender Gemeinschaften und Initiativen. Die Ergebnisse flossen sowohl in die Erklärung als auch in fünf Kurzvorträge ein, die auf der Internetseite des Netzwerks angehört werden können.