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Neues Buch von Leo Bigger
09. April 2019

Habakuk, ein Buch für Zweifler

Leo Bigger: „Manche Situationen sind nicht fair. Darum geht es bei Habakuk.“
Leo Bigger: „Manche Situationen sind nicht fair. Darum geht es bei Habakuk.“

Zürich (idea/dg) – ICF-Gründer Leo Biggers Bücher zählen im Verlag Fontis zu den Bestsellern. Im März 2019 veröffentlichte er nun ein Buch zum Propheten Habakuk. idea fragte nach, was dahinter steckt.

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Leo Bigger, was brachte Sie dazu, ein Buch über Habakuk zu schreiben?
Habakuk beschäftigte mich schon zehn Jahre. Ich überlege mir jeweils, wann welches Thema passen könnte. Bevor wir als ICF Zürich in die neue Samsung-Hall einzogen, schien mir der Moment für Habakuk- Predigten gekommen zu sein. Ich mache im ICF Zürich Predigtserien mit sechs bis sieben Teilen. Wenn ich merke, dass eine Serie besonders viel auslöst, verarbeite ich diese Predigten zu einem Buch, wie jetzt Habakuk.

Was können wir von Habakuk lernen?
Gott spricht Gericht über das ganze Volk. Habakuk fragt: „Was geschieht dann mit mir?“ Gottes Antwort: „Es wird auch dich, alle treffen.“ Manche Situationen im Leben sind nicht fair. Man kann nichts dafür. Man wird krank, verliert den Partner, den Job. Etwas im Leben zerbricht. Fragen kommen
auf: „Wieso lässt Gott dies zu? Wieso trifft es mich?“ In dieser Situation befindet sich Habakuk.
Auf brenzlige Situationen gibt es verschiedene Reaktionen. Entweder verwirft man Gott, den Glauben und die Kirche, weil man sich sagt, es funktioniert nicht. Man kann aber auch die Augen vor der Realität verschliessen und sagen: „Nein, das ist nicht passiert. Das ist gar nicht möglich.“ Dann kehrt man zurück zum Gefühl, das man hatte, als alles noch perfekt war. Beide Optionen funktionieren meiner Meinung nach nicht. Mit einer dritten Option bleibt man in der Situation drin. Das Wort Habakuk heisst „ringen, kämpfen“. Habakuk rang mit Gott, indem er ihm Fragen stellte. Ich bin überzeugt, dass man in vielen Situationen mit Gott ringen muss, bis man zu einem ernsthaften Entschluss kommt. Dann bekommt der Glaube Wurzeln. Dies scheint mir enorm wichtig.

An welches Publikum richtet sich Ihr Buch Habakuk?
Das Buch über Habakuk richtet sich an Menschen, die Gott nicht verstehen. An Menschen, die sich in einer schwierigen Situation befinden und diese als unfair empfinden. Zweifeln heisst nicht, dass ich nicht an Gott glaube. Gerade weil ich zweifle und ringe, komme ich zu einem Entschluss in meinem Leben, dass Gott dennoch Gott ist. Das gibt dem Leben eine grossartige Tiefe.
Welche Buchprojekte verfolgen Sie als nächstes?
In den nächsten ein bis zwei Jahren wird sich zeigen, zu welchem Thema ich wieder eine Predigtserie verarbeiten werde. Dieses Jahr gehen wir auf den Jakobsweg und werden alles in 24 Episoden verfilmen als „The Story of Christmas“, die dann auch am Fernsehen ausgestrahlt wird. Das ist mein nächstes grosses Projekt.

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