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Missionsleiter
12. März 2019

Christen sollten „auf schnelle Methoden der Evangelisation verzichten“

Der Leiter der Mission für Süd-Ost-Europa, Friedemann Wunderlich. Volker Lommel
Der Leiter der Mission für Süd-Ost-Europa, Friedemann Wunderlich. Volker Lommel

Freudenberg (idea) – Christliche Missionare sollten „auf schnelle Methoden der Evangelisation“ verzichten. Diese Ansicht vertritt der Leiter der Mission für Süd-Ost-Europa, Friedemann Wunderlich (Freudenberg bei Siegen) in der Zeitschrift des Werkes. Er sei nach über 20 Jahren Dienst als Missionsleiter „sehr ernüchtert von ganzen Gemeinden – auch in unseren eigenen Arbeitsfeldern“. In ihnen sei vom Missionserfolg früherer Jahre „nicht mehr viel vorhanden“. Viele Menschen, die sich in der Vergangenheit bekehrt hatten und taufen ließen, hätten danach wieder „die Welt lieber gewonnen als Jesus Christus und sein Reich“. Die Ursache sieht Wunderlich darin, dass Christen den Menschen falsche Versprechungen machen würden. Sie predigten oft ein „einfaches Evangelium“, wonach es „erst einmal nur darauf ankommt, Jesus anzunehmen“. Dadurch kämen sie aber noch nicht zu einem „rettenden Glauben“. Dieser zeige sich etwa in einem andauernden persönlichen Vertrauen zu Jesus Christus und werde sichtbar im Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes. Man erlange ihn nicht durch eine „kurzfristige, schnelle Entscheidung“, sondern nur durch die bleibende Erkenntnis, dass „wir alle Feinde Gottes sind, tot in Sünden und unfähig, uns selbst das Evangelium zu sagen“. Missionare sollten sich deshalb um „umfassende biblische Lehre bemühen“. Sie dürften die Zuhörer nicht zu schnellen, unüberlegten Entscheidungen drängen. Stattdessen sollten sie Bekehrte lehren, „das Wort Gottes im Alltag zu leben“. Die Mission für Süd-Ost-Europa beschäftigt rund 120 Mitarbeiter aus 23 Ländern in Europa und Asien. Sie verbreitet evangelistische Literatur in etwa 150 Sprachen. Das Werk gehört zur Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) und zum Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband.

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