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„Gewissensfragen“
16. Mai 2017

Bei einem Moscheebesuch das Kreuz nicht verbergen

Die Pastorin und Therapeutin Luitgardis Parasie. Foto: Privat
Die Pastorin und Therapeutin Luitgardis Parasie. Foto: Privat

Hannover (idea) – Christen sollten eine Halskette mit Kreuz nicht verbergen, wenn sie eine Moschee oder eine strenggläubige muslimische Familie besuchen. Das rät die Pastorin und Therapeutin Luitgardis Parasie (Northeim bei Göttingen). Sie antwortete in einer Radiosendung des Norddeutschen Rundfunks (NDR) zum Thema „Gewissensfragen“ einem Hörer. Parasie räumt ein, dass das Kreuz für Muslime eine Herausforderung sei: „Sie schätzen zwar Jesus als Propheten sehr hoch ein, aber dass er am Kreuz gestorben ist, halten sie für eine böswillige Verleumdung.“ Denn am Kreuz zu sterben sei eine Schande gewesen. Schon zu Lebzeiten des Apostels Paulus hätten Menschen Anstoß daran genommen. Doch Paulus habe deutlich gemacht: „Jesus Christus, der Gekreuzigte, das ist das Zentrum unseres Glaubens, und dagegen ist alles andere zweitrangig.“ Die Geistliche vergleicht das Kreuz mit einem Ehering. Er bedeute, dass man zu seinem Ehepartner gehöre. Und deshalb lege der Träger den Ehering in der Regel auch nicht ab. Im Blick auf den Besuch eines Christen bei einer muslimischen Familie sagte Parasie: Würde sie „es nicht eher befremdlich finden“, wenn er sein Kreuz verberge, und fragen: „Was ist denn das für ein Glaube, den man versteckt?“? Vielleicht sei das Kreuz eine gute Gelegenheit, mit muslimischen Freunden zu sprechen, was Koran und Bibel gemeinsam haben und wo sie sich unterscheiden. „Ich glaube, dabei könnten beide Seiten voneinander lernen“, so Parasie.

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