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Ulrich Fischer
21. August 2019

Altbischof: Was mich angesichts meines Gehirntumors tröstet

Beim Altlandesbischof Ulrich Fischer wurde 2018 ein Gehirntumor diagnostiziert. Foto: idea/Karsten Huhn
Beim Altlandesbischof Ulrich Fischer wurde 2018 ein Gehirntumor diagnostiziert. Foto: idea/Karsten Huhn

Wetzlar (idea) – Gegen die Angst angesichts einer tödlichen Krankheit hilft die Gewissheit, von Jesus Christus aufgenommen zu werden. Das sagte Altlandesbischof Ulrich Fischer (Neulußheim bei Mannheim) in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Er war von 1998 bis 2014 Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden. Vor einem Jahr wurde bei ihm ein Gehirntumor diagnostiziert, gegen den Ärzte bisher mit Bestrahlung, Chemotherapie und einer mehrstündigen Operation vorgegangen sind. Derzeit durchläuft Fischer eine Immuntherapie, um den Tumor zum Stillstand zu bringen. Nach seinen Worten handelt es sich um eine Erkrankung, die als nicht heilbar gilt. Als Christ wisse er jedoch, dass nicht alles in diesem Leben vollbracht werden müsse. Er habe die Hoffnung, dass Gott aus den Fragmenten des Lebens etwas Neues zusammenfügen werde. Die Hoffnung auf ewiges Leben sei auch für Angehörige ein großer Trost: „Sie müssen nicht an den vermodernden Leib im Grab denken, sondern die Toten werden bei Gott sein.“ Wer die christliche Hoffnung in sich trage, könne leichter mit dem Leben und mit dem Tod umgehen. In der Geschichte des Christentums hätten viele Menschen diesen Trost erlebt. Dies sei ein Hinweis darauf, dass dieser Trost mehr sei als nur eine Fantasie.

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„Von einem Schutzmantel der Betenden umhüllt“

Ferner bekannte Fischer, dass ihn die Gemeinschaft der Glaubenden sehr dankbar mache. Er habe „unglaublich viel Post“ von Christen bekommen, die für ihn beteten. Dies erinnere ihn an eine Erfahrung, die er auch zu Beginn seines Bischofsdienstes gemacht habe: „Ich fühlte mich wie von einem Schutzmantel der Betenden umhüllt.“ Zudem hätten ihm im Krankenhaus seine Bibel und sein Gesangbuch geholfen. Er habe viel gelesen und vor sich hingesungen. Dazu zählten Lieder wie „Befiehl du deine Wege“, „Was Gott tut, das ist wohlgetan“, „Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not“, „Jesu, meine Freude“, „Bei Gott bin ich geborgen“, „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, „Meine Hoffnung und meine Freude“. Lieder dringen viel tiefer in die Seele ein als Texte, so Fischer. Im Blick auf das Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen“ sagte Fischer: „Dieses Gefühl hat sich bis heute durchgehalten.“ Zwar könne sein Leben viel kürzer sein, als er es sich für seinen Ruhestand ausgemalt habe, dennoch habe er vor dem Tod keine Angst: „Ich fühle mich bei Gott gut aufgehoben.“

Das komplette Interview mit Altlandesbischof Ulrich Fischer finden Sie hier.

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