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Nachruf zum Tod des einflussreichen Theologen James Packer
20. Juli 2020

James Packer verstorben

James Innell Packer war bis ins hohe Alter theologisch engagiert und nahm anglikanische Liturgien als Anleitung für sein persönliches Gebet. Bild: www.regent-college.edu
James Innell Packer war bis ins hohe Alter theologisch engagiert und nahm anglikanische Liturgien als Anleitung für sein persönliches Gebet. Bild: www.regent-college.edu

Vancouver (idea/dg) - Der Theologe und Autor des Bestsellers „Gott erkennen“ James Innell Packer verstarb am 17. Juli in Vancouver (Kanada) mit 93 Jahren. Er gehörte zu den weltweit einflussreichsten evangelikalen Theologen im 20. Jahrhundert.Die renommierte Zeitschrift Christianity Today hat 2006 dieses Buch unter jene Titel gezählt, welche die Evangelikalen am meisten prägten.

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Glaubensleben und Theologie als Einheit

Dem persönlichen Glauben an Jesus Christus hatte sich der noch junge Engländer durch eine Veranstaltung einer christlichen Studentenarbeit zugewandt. Nachdem er anglikanischer Pfarrer und Dozent in England war, trug er mit seinem Wechsel von England nach Vancouver im Jahr 1979 wesentlich dazu bei, dass die dortige theologische Ausbildungsstätte Regent College schon kurz nach ihrer Gründung weltweit bekannt wurde. Dort blieb er bis zu seinem Tod. Sein Glaubensleben und sein theologisches Engagement waren von anglikanischen und puritanischen Quellen geprägt. Christianity Today hebt in einem Nachruf hervor, dass Packer das Ziel seiner Lehrtätigkeit vor allem in der Ausbildung zukünftiger Pastoren sah. Er habe auch in verschiedensten Kirchengremien mitgearbeitet und sich über die Grenzen seiner anglikanischen Kirche hinaus wohlgefühlt.

Packers Verbindung der theologischen Arbeit mit dem persönlichen geistlichen Leben prägte die Studentengenerationen und seine Bücher. Er sprach von „tiefer Zufriedenheit, die aus dem Reden mit dem lebendigen Herrn kommt, in dessen Gegenwart uns die Bibel führt – eine Freude, die nur seine eigenen, wahren Jünger kennen“ (in: „Wie Gott vorzeiten geredet hat…“, 1988).

Vertrauen in die Irrtumslosigkeit der Bibel

Bekannt wurde James Packer auch durch sein Engagement im „Internationalen Rat für Biblische Irrtumslosigkeit“. Er gehörte zu dessen Gründern 1977 und arbeitete im exekutiven Ausschuss mit. Dieser Rat organisierte internationale Konferenzen und veröffentlichte drei „Chicago-Erklärungen“. In der ersten und bekanntesten Erklärung ging es um das Wesen der Bibel und ihre Inspiration (Chicago-Erklärung zur biblischen Irrtumslosigkeit, 1978). In den beiden anderen Erklärungen ging es um die Hermeneutik (Chicago-Erklärung zur biblischen Hermeneutik, 1982) und die Anwendung dieses Schriftprinzips im Alltag (Chicago-Erklärung zur biblischen Anwendung, 1986).

Packers ebenfalls ins Deutsche übersetzte Buch „Prädestination und Verantwortung“ wird von zahlreichen namhaften Theologen als treffende Darstellung gelobt, wenn es um die göttlichen und menschlichen Faktoren im Glauben und der Verkündigung geht.

James Packer hinterlässt seine Frau Kit, drei Kinder und Enkel.


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