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Eine Spurensuche
15. März 2017

Wozu fasten wir?

Worum geht es beim Fasten? Foto: Dreamstime
Worum geht es beim Fasten? Foto: Dreamstime

(idea/hg) - Die Gründe, warum Menschen fasten, waren schon immer äusserst vielfältig und sind es bis heute geblieben. Manchen geht es ausschliesslich darum, Gewicht zu verlieren. Andere möchten ihrem Körper Gutes tun, ihn entschlacken - sie sehen die Fastenzeit als eine Art Frühjahrsputz für den Körper. Dann gibt es Menschen, die sich mit dem Verzicht beweisen, dass sie Herr sind über Gewohnheiten mit Suchtpotenzial wie zum Beispiel Alkohol- oder Kaffeekonsum. Wieder andere möchten ihre Grenzen testen, ihren inneren Schweinehund bezwingen. Und, dann gibt es auch noch spirituelle Gründe, die von einer gewissen Werkgerechtigkeit bis zum Wunsch reichen, Gottes Stimme während des Fastens in besonderer Weise zu hören.

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Biblisches zum Fasten

Es ist nicht von der Hand zu weisen: Das Thema "Fasten" verbinden viele mit der katholischen Tradition, die auf die Fasnachtszeit folgt. Mit der zunehmenden Zahl von Muslimen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft ist auch der Ramadan in unser Bewusstsein gerückt. Doch Fasten ist ein zutiefst biblisches Thema. Die Heilige Schrift zeigt uns verschiedene Personen, die aus bestimmten Gründen gefastet haben. Frank Köhler, Pastor der Evangelischen Freikirche FMG Celerina GR, organisiert regelmässig Fastenwochen. Er erinnert uns auf einem kurzen Exkurs durch die Bibel, dass Fasten schon weit vorne in der Bibel erwähnt wird. Mose bereitete sich mit einem 40-tägigen Fasten auf die Offenbarung der Zehn Gebote durch Gott vor (2. Mo 34,28). Weiter erläutert Köhler: "Der wichtigste Fastentag während der Zeit des Alten Testaments war der Versöhnungstag. Auch Jesus fastete, bevor er mit seiner Verkündigung des Reiches Gottes an die Öffentlichkeit ging."

Fasten, um Gott zu beeindrucken?

Die Gefahr der Werkgerechtigkeit - also sich durch das Fasten einen Verdienst bei Gott zu verschaffen - habe schon früh bestanden. Jesus habe seine Jünger gelehrt, beim Fasten auf Gott und nicht auf Menschen zu schauen. Die ersten Gemeinden nahmen die Praxis des Fastens auf. Beispielsweise beteten und fasteten die Propheten und Lehrer der Gemeinde in Antiochien. Dabei sprach der Heilige Geist zu ihnen, sie sollten Barnabas und Saulus in die Mission senden (Apg. 13,1-3). "Da die Gefahr der Werkgerechtigkeit als sehr hoch eingestuft wurde, praktizierte man ab der Reformation das Fasten nicht mehr so stark", erklärt Frank Köhler. Aber gerade in unserer westlichen Welt, in welcher wir uns so schnell vom Überfluss ablenken lassen, spiele das Fasten - nebst der geistlichen Bedeutung - wieder eine zunehmend wichtigere Rolle. Zudem redet Jesus davon, dass seine Jünger fasten werden, wenn er nicht mehr da ist (vgl. Mk. 2,18 ff), erinnert uns Pastor Köhler.

Blick in die Gegenwart

Frank Köhler, der selber schon verschiedentlich Erfahrungen mit dem Fasten gemacht hat, sagt: "Auch wenn sich viele Christen das (Voll-)Fasten nicht mehr vorstellen können, zeigt die Praxis, dass körperlich gesunde Menschen genau das erleben, was die  Bibel berichtet. Fastende kommen in die Haltung, Gott und seinen Willen zu suchen, sie werden zudem 'wach' und aufnahmefähig für geistliche Führungen." Deshalb rät er, diese Form unbedingt einmal selber auszuprobieren. Den meisten Menschen fällt es leichter, zusammen mit anderen auf feste Nahrung zu verzichten, darum ist das Fasten in einer Gruppe empfehlenswert. Zudem hat man die Möglichkeit sich auszutauschen und über die Veränderungen, die sich durch das Fasten einstellen, zu sprechen. Auch Krisenzeiten werden so besser überwunden. Das Angebot für geführte Fastenzeiten, Einkehrtage und geführte Exerzitien, auch ausserhalb der traditionellen Fastenzeit, ist gross.

Lesen den ausführlichen Beitrag über das Fasten im Wochenmagazin ideaSpektrum Nr. 11-17. Dazu ein Interview mit Remo Wiegand von ChristNet und einen Erfahrungsbericht von Roland Laubscher vom Gebetshaus Amden.

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