Mittwoch • 12. Dezember
„WirtschaftsWoche“
20. November 2018

„Wertegeleitete Unternehmen haben einen Wettbewerbsvorteil“

„Die werteorientierte Unternehmensführung ist überlegen“, sagt der stellvertretende Vorsitzenden des Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf, Peter Leibinger. Foto: pixabay.com
„Die werteorientierte Unternehmensführung ist überlegen“, sagt der stellvertretende Vorsitzenden des Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf, Peter Leibinger. Foto: pixabay.com

Düsseldorf (idea) – Das Wochenmagazin „WirtschaftsWoche“ (Düsseldorf) stellt in seiner aktuellen Ausgabe eine Reihe von evangelischen und katholischen Unternehmern vor, die sich in ihrem Handeln von christlichen Werten leiten lassen. Sie seien überzeugt: „Wertegeleitete Unternehmen haben einen Wettbewerbsvorteil. Wer nur vom Gewinn getrieben ist, kann auf Dauer nicht erfolgreich sein.“ Das Blatt zitiert unter anderen den pietistisch geprägten stellvertretenden Vorsitzenden des Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf, Peter Leibinger (Ditzingen). Er würde „nie behaupten, dass die christliche Unternehmensführung überlegen ist“, aber: „Die werteorientierte Unternehmensführung ist überlegen.“ Sie lege das Fundament für nachhaltige Geschäftspraktiken und für langfristige Entwicklung. Der Vorsitzende des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU), Ulrich Hemel (Laichingen bei Ulm), ist überzeugt: „Christliche Werteorientierung ist keine Bedingung für Erfolg, aber eine große Hilfe.“ Der religiös motivierte Unternehmer sei sich als Verantwortungsträger „idealerweise“ bewusst, dass er „mitwirkt am Schöpfungs- und Gestaltungsauftrag der Welt, der nicht mit uns enden wird“.

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Stellvertretender AEU-Vorsitzender: Ich bin Gott gegenüber verantwortlich

Zu Wort kommt auch der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU), Friedhelm Wachs (Leipzig). Ihm zufolge ist das Unternehmen keine Geldmaschine, sondern ein „lebendiger Organismus“, in dem alle gleich viel wert sind, auch wenn sie unterschiedlich bezahlt werden. Dahinter stehe, so heißt es in dem Beitrag, eine Haltung, die der Idee der Gottebenbildlichkeit aller Menschen und dem lutherischen Berufsverständnis entspringt. Für den Unternehmensberater Wachs heißt das: „Ich bin Gott gegenüber unmittelbar verantwortlich.“

Manager: Mit Geld Gutes tun

Der Chefmanager bei Allianz Global Investors, Hans-Jörg Naumer (Frankfurt am Main), vertritt die Ansicht, dass gegen Gewinnmaximierung „an sich gar nichts zu sagen“ sei. Sie sei der „eigentliche Treiber“, der dafür sorge, dass „Menschen und Unternehmen Anreize haben, im Wettbewerb das Bestmögliche zu erzielen“. Durch Geld könne man „unglaublich viel Gutes tun“, vor allem durch kluge Investitionen, vorausgesetzt, sie gingen „nicht auf Kosten Dritter“. Naumer gehört zum Leitungskreis der regionalen Arbeitsgruppe des AEU im Rhein-Main-Gebiet. Mit den Themen Werte sowie Führung 4.0, Digitalisierung und soziales Engagement beschäftigt sich auch der nächste Kongress Christlicher Führungskräfte (KCF), der vom 28. Februar bis 2. März 2019 in Karlsruhe stattfindet. Veranstalter ist die Evangelische Nachrichtenagentur idea.

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