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Jan Joosten
25. Juni 2020

Theologieprofessor wegen Besitz von Kinderpornografie verurteilt

Joosten hatte zugegeben, 28.000 Bilder und 1.000 Videos heruntergeladen zu haben, die Kindesmissbrauch zeigen. Symbolfoto: pixabay.com
Joosten hatte zugegeben, 28.000 Bilder und 1.000 Videos heruntergeladen zu haben, die Kindesmissbrauch zeigen. Symbolfoto: pixabay.com

Saverne/Oxford (idea) – Ein ehemaliger Theologieprofessor der britischen Universität Oxford wurde in Frankreich wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Wie die Londoner Zeitung „The Guardian“ am 22. Juni berichtet, handelt es sich um den belgischen Ex-Pastor Jan Joosten (61), der in der französischen Region Bas-Rhin lebt.

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Er hatte zugegeben, in den vergangenen sechs Jahren 28.000 Bilder und 1.000 Videos heruntergeladen zu haben, die Kindesmissbrauch zeigen. Ein Gericht in der Stadt Saverne (bei Straßburg) ordnete ferner an, dass Joosten im französischen Verzeichnis der Sexualverbrecher geführt wird und sich wegen seiner Sucht nach Kinderpornografie drei Jahre lang behandeln lassen muss. Zudem verbot ihm das Gericht Tätigkeiten, die ihn mit Minderjährigen in Kontakt bringen. Ob er das Urteil akzeptiert oder in Berufung gehen wird, ließ Joosten offen.

Joosten räumt Sucht nach Kinderpornografie ein

Joosten war seit 2014 Inhaber der 1540 eingerichteten „Regius Professur für Hebraistik und orientalische Sprachen“ an der Universität Oxford. Zuvor wirkte er 20 Jahre lang an der Universität Straßburg. In einer Erklärung teilte die Universität Oxford mit, dass sie Joosten vom Dienst suspendiert habe. Medienberichten zufolge gilt er als einer der angesehensten Bibelwissenschaftler seiner Generation.

Die heruntergeladenen Bilder wurden durch polizeiliche Ermittlungen von Spezialisten für Cyberkriminalität in Straßburg entdeckt. Joosten – Vater von vier Kindern – sagte dem Gericht, er sei erleichtert, dass er verhaftet worden sei. Seine Sucht nach Kinderpornografie sei „ein geheimer Garten im Widerspruch zu mir selbst“.