Mittwoch • 12. August
Essensverteilung: Vom Asylsuchenden Amine Conde gegründet
10. Juli 2020

Sozialwerk Pfarrer Sieber übernimmt „Essen für alle“

Bild: Printscreen www.swsieber.ch
Bild: Printscreen www.swsieber.ch

Zürich (SWS/idea/dg) - Das Sozialwerk Pfarrer Sieber SWS übernimmt die Zürcher Lebensmittelverteilaktion „Essen für alle“. Der aus Guinea stammende Asylsuchende Amine Conde hat die Aktion im Corona-Lockdown gegründet. Die Räumlichkeiten der Autonomen Schule Zürich (ASZ) stehen für die Aktion nicht weiter zur Verfügung, weil die Schule ihren Betrieb wieder aufnimmt, teilt das SWS mit. Das Sozialwerk springe in die Bresche, übernehme das Patronat von „Essen für alle“. Es stelle Räume zur Verfügung und unterstütze die Initiative personell und materiell. „Für die Bezüger ändert sich abgesehen vom Bezugsort vorderhand nichts. Die samstäglichen Lebensmittelabgaben finden ab 18. Juli nicht mehr in der ASZ statt, sondern in der Kantine der SBB-Werkstätten an der Hohlstrasse 420“, schreibt SWS weiter. Wie das Projekt weiterentwickelt werde, hange von den sozialen Entwicklungen im Kontext von Corona ab. Der Initiant Amine Conde bleibe dem Projekt erhalten.

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Es begann mit einer Firmenspende

Unter dem Lockdown hätten jene besonders gelitten, die sozial schon vor der Pandemie einen schweren Stand hatten: Obdachlose, Sans-Papiers, Armutsbetroffene, erklärt SWS. „Weil viele Gassenküchen aufgrund der engen Platzverhältnisse der Lokale schlossen, gerieten Randständige in existenzielle Nöte.“ Wie einige Organisationen, darunter das SWS, habe auch der aus Guinea stammende Asylsuchende Amine Conde die akute Notlage vieler Menschen erkannt. „Während das Sozialwerk Pfarrer Sieber Mitte März beim Pfuusbus ein 24/7-Betreuungsangebot für Bedürftige auf die Beine stellte und seine Gassenarbeit ausbaute, rief Amine Conde das Projekt Essen für alle ins Leben“, beschreibt SWS die verschiedenen Aktionen.

Den Anfang von Condes Lebensmittelabgabe habe die Mahlzeitenspende einer Firma gemacht. Dank Geldspenden konnte der engagierte junge Guineer laut SWS in der Folge Grundnahrungsmittel einkaufen. Inzwischen verteilen er und zahlreiche Freiwillige in Zürich wöchentlich rund 1000 Pakete, zusammengestellt aus gespendeten und gekauften Grundnahrungsmitteln. Verteilt werden Teigwaren, Reis, Mehl, Kartoffeln, Öl, Getränke, Gemüse, Früchte, Konserven und Tomatensaucen sowie Hygieneartikel.

Erfahrung mit „Reschteglück“

Das Sozialwerk Pfarrer Sieber verfügt bereits über Erfahrung in der Verwertung und Weitergabe von Lebensmitteln an Bedürftige. „So verteilen wir seit Jahren von der Schweizer Tafel, Detailhändlern und Restaurants gespendete Lebensmittel an Bedürftige und sorgen mit dem Food-Waste-Projekt ‚Reschteglück‘ dafür, dass Menschen, die über keine Kochmöglichkeiten verfügen, in unseren Einrichtungen täglich vollwertige Mahlzeiten geniessen können.“ SWS bietet ausserdem Menschen in Not – wie Suchtkranken, Obdachlosen, psychisch und physisch Leidenden, Mittellosen und Heimatlosen – seelsorgerliche, soziale, medizinische und materielle Hilfe an. Seine Angebote aktualisieren die biblische Botschaft der Nächstenliebe und orientieren sich am Konzept „auffangen – betreuen – weiterhelfen“. Sie haben zum Ziel, Menschen schrittweise in die Gesellschaft zurückzuführen.Gegenwärtig arbeiten rund 190 Mitarbeitende und gut 230 Freiwillige für das SWS. Gegründet wurde die Stiftung 1988 von Pfarrer Ernst Sieber.