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Initiative
29. Januar 2018

Evangelische Allianz gegen „No Billag“

Bald nicht mehr am TV zu sehen? Die Dübendorfer Pfarrerin Catherine McMillan spricht das „Wort zum Sonntag“. Foto: SRF
Bald nicht mehr am TV zu sehen? Die Dübendorfer Pfarrerin Catherine McMillan spricht das „Wort zum Sonntag“. Foto: SRF

(idea) - Nach dem Evangelischen Kirchenbund (SEK) und der Bischofskonferenz (SBK) empfiehlt auch die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) ein NEIN zur „No Billag“- Initiative. In einer Medienmitteilung bezieht die SEA klar Stellung gegen die Initiative vom 4. März. Gerade kirchliche Sendungen in Radio und Fernsehen seien betroffen, da sich diese auf dem kleinen Werbemarkt der Schweiz kaum verkaufen liessen. Formate wie die Übertragung von Gottesdiensten und Predigten, kirchliche Sendungen wie „Fenster zum Sonntag“, „Wort zum Sonntag“ oder „Wort aus der Bibel“ könnten nach Ansicht der SEA ohne die Billag nicht mehr produziert werden. SRF-Sendungen mit christlichen Inhalten wie „Perspektiven“ und „Blickpunkt Religion“ oder „Sternstunde Religion“ würden ebenfalls wegfallen. „Neben sprachlichen würden somit auch religiöse Minderheiten aus der nationalen Berichterstattung verschwinden“, gibt die SEA zu bedenken.

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Werte verbreiten, ohne ökonomischen Druck

„Sendeformate, wie die oben erwähnten, entsprechen dem, was den Service public ausmacht. In einem christlich geprägten Land sollen dessen Werte verbreitet werden können, ohne dem ökonomischen Druck zu unterliegen“, argumentiert die SEA. Nur ein von institutionellen Geldgebern unabhängiges Medienunternehmen könne die Vielfalt der Ansichten in den Medien angemessen repräsentieren. Dazu sei die SRG per Gesetz verpflichtet. Die Initianten wollen jedoch Sendevorgaben, welche im Artikel 93 der Bundesverfassung gemacht werden, ersatzlos streichen. „Bei einem ‚JA‘ ist kein Medienanbieter mehr verpflichtet, auf die Besonderheiten des Landes Rücksicht zu nehmen und die Vielfalt der Ansichten angemessen zum Ausdruck zu bringen“, fürchtet die SEA. Sie stimmt aber zu, dass die SRG-Verwaltung reduziert werden müsse und einige Inhalte ohne substanziellen Verlust gestrichen werden könnten. Mit der Annahme dieser Initiative werde dies aber nicht erreicht. Sie sei zu radikal.

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