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Finanzanalytiker
09. Januar 2019

Schulden für Konsum sind „der Vorhof der Hölle“

Der Experte empfiehlt, den Konsum auf Pump zu vermeiden. Foto: picture-alliance/Panther Media
Der Experte empfiehlt, den Konsum auf Pump zu vermeiden. Foto: picture-alliance/Panther Media

Frankfurt am Main (idea) – Zehn Gebote für den Umgang mit Geld hat der Finanzanalytiker Volker Looman (Stuttgart) formuliert. Inspiriert wurde er durch die Zehn Gebote in der Bibel. Sie gäben „Halt in guten wie in schlechten Tagen“, schrieb er in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Looman rät unter anderem „Gib nur aus, was du vorher verdient hast“. Es werde bestimmt nicht gut gehen, wenn man monatlich 5.000 Euro verdiene, aber auf Dauer 6.000 Euro ausgebe. Er sei deshalb kein Freund von Kreditkarten und Überziehungslinien, so der Finanzexperte. Sie seien „die süßeste Verführung ins finanzielle Verderben“. Looman: „Es gibt ein Leben ohne Karten und Kredite.“

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„Meide den Konsum auf Pump“

Er empfiehlt ferner: „Meide den Konsum auf Pump.“ Solche Schulden seien „der Vorhof der Hölle“. Looman: „Sie kaufen sich Sachen, die Sie nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die Sie nicht mögen, und dafür gehen Sie auch noch freiwillig in den Schuldenturm?“ Ein weiteres Finanzgebot des Fachmanns: „Baue ein Haus, und tilge die Schulden.“ Das Eigenheim sei die einzige Geldanlage, von der man schon in frühen Jahren etwas habe. Allerdings sollte man den Kredit dafür bis zum 50. Geburtstag tilgen – egal wie niedrig die Zinsen seien. Looman: „Die Ausbildung der Kinder und der Aufbau der Zusatzrente im Alter gehen dermaßen ins Geld, dass die Rückzahlung der Hausschulden zuvor abgeschlossen worden sein sollte.“

„Spare für die Zeit im Alter, auch wenn es dafür keine Zinsen gibt“

Looman plädiert ferner für finanzielle Vorsorge: „Spare für die Zeit im Alter, auch wenn es dafür keine Zinsen gibt.“ Die gesetzliche Rente und das schuldenfreie Eigenheim seien zwar solide Fundamente der Altersversorgung, reichten aber oft nicht aus, weil die eigenen Ansprüche höher seien. Looman zufolge sollte man sich nach dem 55. Geburtstag in aller Ruhe auf die Zeit nach dem Berufsleben vorbereiten. Mit 67 werde man es nicht schaffen, den Schalter von einer Stunde auf die andere umzulegen: „Packen Sie die Dinge, für die Sie während des Berufslebens nicht genügend Zeit hatten, so zügig wie möglich an, und lassen Sie dafür auch den einen oder anderen Euro springen.“ Damit meine er aber weniger Kreuzfahrten, so Looman, sondern eher die Dinge, die einem am Herzen liegen: „Nichts ist schlimmer, als mit 75 Jahren wohlhabend, aber krank zu sein und akzeptieren zu müssen, dass das Leben gelaufen ist.“

„Gib dein Vermögen rechtzeitig und gerecht aus der Hand“

Das zehnte Gebot des Finanzanalytikers lautet: „Gib dein Vermögen rechtzeitig und gerecht aus der Hand.“ Dafür sei in der Regel ein Testament nötig. Falls man es noch nicht geschrieben habe, sei es höchste Zeit: „Sonst liegt auf Ihrem guten Geld ein verhängnisvoller Fluch und zwar nicht nur 2019, sondern für alle Ewigkeit! Oder soll auf Ihrem großen Grabstein stehen, dass Sie die geizigste Frau oder der reichste Mann auf dem ganzen Friedhof sind?“

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