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Schauspieler
21. Juli 2018

Samuel Koch würdigt die Bedeutung von Menschen mit Downsyndrom

Der querschnittsgelähmte Schauspieler Samuel Koch. Foto: picture-alliance/Eventpress
Der querschnittsgelähmte Schauspieler Samuel Koch. Foto: picture-alliance/Eventpress

Darmstadt (idea) – Der querschnittsgelähmte Schauspieler Samuel Koch (Darmstadt) hat die große Bedeutung von Menschen mit Downsyndrom für die Gesellschaft gewürdigt. Anlass waren die 3. Weltmeisterschaften im Turnen und Rhythmischer Sportgymnastik für Menschen mit Downsyndrom in Bochum. Er schrieb am 20. Juli auf Facebook, dass er sich nicht anmaßen wolle, Abtreibung oder Sterbehilfe oder einen schönen Tod zu beurteilen: „Doch wer bestimmt, wann ein Leben lebenswert ist und wann unzumutbar?“ Menschen mit Downsyndrom täten der Gesellschaft unendlich gut, betonte Koch: „Sie werden uns daher sehr fehlen, wenn sie demnächst alle am Leben gehindert werden.“ Sie hätten ein sonniges Gemüt sowie eine unendliche Liebes- und Begeisterungsfähigkeit. Die meisten könnten bei der modernen Leistungsgesellschaft nicht mithalten. Das gehe aber auch vielen nichtbehinderten Menschen, die dann wegen des hohen Tempos einen Burnout bekämen. Viele Menschen fragten sich ständig, ob sie wertvoll genug seien. Menschen mit Downsyndrom zeigten, dass Leistungsfähigkeit nicht der Maßstab für den Wert eines Menschen ist. Koch ist überzeugt, dass dieser Gegenentwurf zum „Höher, schneller, weiter“ lebensnotwendig für alle ist. Der frühere Kunstturner war in der Sendung „Wetten, dass..?” am 4. Dezember 2010 schwer gestürzt bei dem Versuch, mit Sprungfedern über ein fahrendes Auto zu springen. Seither ist der bekennende Christ auf den Rollstuhl angewiesen.

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Merkel traf junge Frau mit Downsyndrom

Am 18. Juli hatte ferner Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Köln eine junge Frau mit Downsyndrom getroffen. Die heute 19-jährige Natalie Dedreux hatte Merkel am 11. September 2017 in der ARD-Sendung „Wahlarena“ zu Spätabtreibungen befragt. Dabei sagte sie, dass neun von zehn ungeborenen Kindern mit Downsyndrom abgetrieben werden, und fragte: „Wieso darf man Babys mit Downsyndrom bis kurz vor der Geburt noch abtreiben?“ Sie fügte hinzu: „Ich will nicht abgetrieben werden, sondern auf der Welt bleiben.“ Die Kanzlerin zeigte sich zwar gerührt, blieb aber eine Antwort auf die Frage schuldig. Sie verwies darauf, dass auf Initiative der Unionsparteien eine verpflichtende Beratung bei Spätabtreibungen eingeführt worden sei: „Es war unglaublich schwer, dafür eine Mehrheit zu bekommen.“ Damals kündigte Merkel an, Dredreux möglicherweise an ihrer Arbeitsstelle, einem Caritas-Café in Köln, zu besuchen. In dem Gespräch der beiden ging es aber nicht um Abtreibung sondern um Inklusion. Für das Lebensrecht von ungeborenen Kindern – auch mit Behinderung – setzt sich der „Marsch für das Leben“ ein. Er findet am 22. September in Berlin statt.

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