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Corona-Krise
09. Mai 2020

Samaritan’s Purse schließt Notfallkrankenhäuser in New York und Cremona

Sieben Wochen lang versorgten Mitarbeiter des Hilfswerk 281 Corona-Patienten in Italien. Foto: Samaritan's Purse e. V.
Sieben Wochen lang versorgten Mitarbeiter des Hilfswerk 281 Corona-Patienten in Italien. Foto: Samaritan's Purse e. V.

Boone (idea) – Das christliche Hilfswerk „Samaritan‘s Purse“ (Geldbörse des Samariters) hat seine mobilen Notfallkrankenhäuser in New York und im italienischen Cremona wieder geschlossen. Die Feldlazarette waren errichtet worden, um die örtlichen medizinischen Einrichtungen in der Corona-Krise zu entlasten. Nun hat sich die Situation entspannt.

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In Italien konnte Samaritan’s Purse den letzten Corona-Patienten rund sieben Wochen nach der Eröffnung am 7. Mai entlassen. Das Werk war nach eigenen Angaben die erste internationale Organisation überhaupt, die Hilfe dieser Art nach Italien geschickt hatte. Es hatte die mobile Klinik mit 68 Betten mit einem Frachtflugzeug aus dem US-Bundesstaat North Carolina in die unweit von Mailand gelegene Stadt Cremona geflogen und neben dem dortigen Krankenhaus aufgebaut. 65 Ärzte und weiteres medizinisches Fachpersonal behandelten seit dem 20. März 281 Corona-Patienten.

Die medizinische Leiterin des Einsatzes, Kelly Suter, sagte, dass bei der Ankunft von Samaritan’s Purse das Krankenhaus von Cremona überfüllt gewesen sei: „Sie hatten zu wenig Personal, viele Mitarbeiter waren selbst erkrankt. Das gesamte Krankenhaus mit fast 600 Betten musste zu einer Corona-Klinik umfunktioniert werden.“

Das Einsatzende ist laut dem Leiter für internationale Programme des Hilfswerks, Christoph Stiller, eine Antwort auf viele Gebete. Nun sei das lokale Gesundheitssystem wieder in der Lage, selbst die notwendige medizinische Versorgung zu leisten.

Laut dem Pressesprecher des deutschen Zweigs der Organisation, Tobias-Benjamin Ottmar (Berlin), steht noch nicht fest, wo das Lazarett als nächstes eingesetzt wird. Die Optionen würden derzeit noch geprüft, sagte er gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Franklin Graham: Wir haben im Namen Jesu Christi geholfen

Aus dem am 1. April im New Yorker Central Park errichteten Notfallkrankenhaus mit 68 Betten konnte der letzte Patient bereits am 5. Mai entlassen werden. Anschließend begannen die Mitarbeiter mit der Desinfizierung und dem Abbau der Zelte.

Bei einem Besuch am 7. Mai dankte Präsident von „Samaritan‘s Purse“, Franklin Graham (Charlotte/Bundesstaat North Carolina), ihnen für ihren Einsatz. Man habe im Namen Jesu Christi geholfen: „Wir wollen, dass alle Menschen wissen, dass Gott sie liebt.“ Graham zufolge wurden über 300 Patienten kostenlos behandelt.

Laut CBN News muss Samaritan’s Purse aber trotzdem Abgaben an den Bundesstaat New York zahlen: Grundsätzlich müssten aufgrund eines Gesetzes in dem Bundesstaat Einkommenssteuern gezahlt werden, wenn man länger als 14 Tage dort arbeite. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo (Demokrat) verteidigte das Vorgehen in einer Pressekonferenz. Er könne keine Subventionen gewähren. New York habe ein Defizit von umgerechnet 11,9 Milliarden Euro.

Die Hilfsorganisation „Samaritan‘s Purse“ mit Hauptsitz in Boone (North Carolina) engagiert sich in mehr als 100 Ländern, um den Opfern von Krieg, Krankheit, Katastrophen, Armut, Hungersnot und Verfolgung zu helfen. Der Verein im deutschsprachigen Raum war noch bis Januar 2019 unter dem Namen „Geschenke der Hoffnung“ bekannt und heißt seitdem „Samaritan‘s Purse e. V. - Die barmherzigen Samariter“.