Sonntag • 25. August
Antisemitismus
03. August 2019

„Regelmäßige Schändungen jüdischer Friedhöfe sind leider Alltag“

Immer wieder werden jüdische Friedhöfe geschändet. Symbolfoto: picture-alliance/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa
Immer wieder werden jüdische Friedhöfe geschändet. Symbolfoto: picture-alliance/Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin (idea) – In Deutschland ist im vergangenen Jahr jede zweite Woche ein jüdischer Friedhof geschändet worden. Die Polizei registrierte 27 antisemitisch motivierte Angriffe auf die letzten Ruhestätten von Juden. Nur drei Fälle wurden aufgeklärt. Das berichtet der Berliner „Tagesspiegel“ und beruft sich auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage, die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Die Linke) gestellt hatte. Zu den meisten Schändungen jüdischer Friedhöfe kam es demnach in Baden-Württemberg (5). Es folgen Bayern (4) sowie Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen (je 3). Außerdem habe es im vergangenen Jahr „21 antisemitische Straftaten mit dem Angriffsziel ‚Religionsstätte/Synagoge‘“ gegeben. Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster (Würzburg), sagte dazu dem „Tagesspiegel“: „Regelmäßige Schändungen und Angriffe auf Synagogen sind leider Alltag in Deutschland.“ Man dürfe sich nicht an diese Situation als Normalzustand gewöhnen. Schuster sieht Nachbesserungsbedarf „in der präventiven polizeilichen Überwachung von jüdischen Friedhöfen, die sich oft außerhalb von Ortschaften befinden“. Denn die geringe Aufklärungsquote sei erschreckend. In Deutschland gibt es etwa 2.000 jüdische Friedhöfe. Die Zahl der Synagogen und jüdischen Gebetsräume liegt bei 130.

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