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Umfrage
30. Oktober 2017

Nur ein Viertel der Jugendlichen bezeichnet sich als religiös

Jugendliche der Jungschar. Foto: zvg
Jugendliche der Jungschar. Foto: zvg

Zwar gehören viele Schweizer Jugendliche einer Konfession an. Doch als religiös gläubig bezeichnet sich nur ein Viertel von ihnen. Das hat die aktuelle Ausgabe der Eidgenössischen Jugendbefragungen ergeben, die am Freitag publiziert wurde.

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Die Konfession sage wenig über die Religiosität und Glaubensvorstellungen der Jugendlichen aus, schliesst die zusammenfassende Medientext des Bundes (27. Oktober) zum Thema „Lebensstile, Konsum und Zukunftsperspektiven junger Erwachsener in der Schweiz“.

Ein Viertel bezeichnet sich als Atheisten

Denn obwohl rund 84 Prozent der Befragten einer Konfession angehören, beschreibt sich demnach lediglich ein Viertel als religiös gläubig. Mehr als die Hälfte bezeichne sich als unreligiös und ein Viertel habe sich als Atheisten zu erkennen gegeben, so die Zusammenfassung der Studie.

Ähnliche Studien bestätigten die Tendenz: Junge Menschen sind oft nicht mehr religiös im traditionellen Sinn, aber auch nicht per se areligiös. Viele glaubten zwar nicht an einen persönlichen Gott, aber an die Existenz irgendeiner höheren geistigen Macht.

Wahrsager Nein, Glücksbringer Ja

Auch Glaubenselemente, die dem Aberglauben zugeordnet werden, sind gemäss Studie überwiegend irrelevant für die jungen Erwachsenen. Eine klare Mehrheit der Befragten glaube nicht an Wunderheiler, Wahrsager und den Einfluss von Sternzeichen auf das Leben.

Hingegen meine beinahe die Hälfte der Befragten, Glücksbringer brächten Glück. «Offenbar entwickeln junge Erwachsene ihre eigenen Glaubensvorstellungen, die sich nur noch teilweise an institutionalisierten und tradierten Praktiken und Ritualen orientieren», so die Mitteilung.

Die Eidgenössischen Jugendbefragungen ch-x befragen in Zweijahreszyklen die jährlich rund 30’000 stellungspflichtigen Männer in den Rekrutierungszentren der Schweiz sowie rund 3000 19-jährige Schweizer Frauen aus 80 bis 100 Gemeinden. Je nach Projekt werden auch Frauen und Männer ausländischer Nationalität in die Befragung einbezogen.

Die nun abgeschlossene Studie wurde geleitet von Manfred Max Bergman, Professor für Sozialforschung und Methodologie am Departement Gesellschaftswissenschaften der Universität Basel, seiner wissenschaftlichen Assistentin Lena Berger sowie von Robin Samuel, Professor für Jugendforschung an der Universität Luxemburg. (kath.ch/rp)

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