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Islamdebatte
21. November 2017

„Nein, der Islam gehört nicht zur Schweiz“

Beatrice Gall, Christine Kohli, Niklaus Herzog (o.); Lukas Reimann, Albert Stahel, Laila Mirzo (u.). Fotos: Mirjam Fisch-Köhler
Beatrice Gall, Christine Kohli, Niklaus Herzog (o.); Lukas Reimann, Albert Stahel, Laila Mirzo (u.). Fotos: Mirjam Fisch-Köhler

Glattbrugg (idea) - Drei Experten referierten im Auftrag der Stiftung Zukunft (Winterthur) am 16. November in Glattbrugg ZH. Sie versuchten, die Auswirkungen einer öffentlich-rechtlichen Anerkennung des Islams in der Schweiz abzuschätzen. Am anschliessenden Podium nahmen auch Personen aus Politik und Wirtschaft teil. Der Anlass war mit 150 Interessierten schon seit langem restlos ausgebucht.

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Hikmat: "Nicht mit westlicher Brille hinschauen"

„Der Islam kennt keine Trennung von Religion und Staat. Er lehnt Werte wie Demokratie und Gleichberechtigung ab“, hielt der Islamexperte von Zukunft CH, M. Hikmat, fest. Wer den Isam durch die Brille des Westens betrachte, erkenne dessen Ziele nicht. Denn letztlich gehe es um die Übernahme der Macht, egal welche Strömung innerhalb des Islams gewinne. „Diese Kräfte werden die Scharia einsetzen, sobald sie die Möglichkeit dazu haben“, warnte Ex-Muslim Hikmat. Integrationsbestrebungen seien wirkungslos, wenn die innere Bereitschaft dazu fehle. „Als ich noch Muslim war, hasste ich Juden und Christen.“ Ungläubige, also Nicht-Muslime, seien zu vernichten, dies fordere der Koran. „Wer sich daran hält, strebt nicht nach Zusammenarbeit, sondern nach der Möglichkeit, die Gesetze der Scharia anzuwenden. Wer den Koran praktiziert, ist leicht zu radikalisieren.“ Hikmat warnte vor einer öffentlich-rechtlichen Anerkennung, zumal auch die nötigen Voraussetzungen dazu fehlten.

Albert Stahel: „Schweizer sind blind!“

Der weitgereiste Politikwissenschaftler und Militärstratege Albert Stahel meinte: „Viele Schweizer sind blind für die Wirklichkeit, ihnen fehlen praktische Erfahrungen.“ In muslimischen Ländern wie zum Beispiel Pakistan seien Frauen nichts wert, Christen würden öffentlich beschimpft. Wer dies hautnah miterlebt habe, glaube nicht an einen friedlichen Islam. Er zitierte den areligiösen Kemal Atatürk: „Diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet.“ Muslimische Verbände präsentierten von sich ein Bild, wie es den Medien genehm ist. „Den Islam“ gebe es ohnehin nicht, betonte Stahel, sondern viele verschiedene, sich konkurrierende Strömungen. Davon sei keine gemässigt, es gebe nur gemässigte Einzelpersonen. Stahel wandte sich dezidiert gegen eine öffentlich-rechtliche Anerkennung des Islams. Wir erlebten gegenwärtig den „dritten Dschihad, so Stahel. Der Islam stosse in Europa in ein Vakuum vor, weil das christliche Wertesystem am Zusammenbrechen sei.

Eine Stimme aus Österreich

Laila Mirzo wurde in Damaskus geboren und lebt seit 2002 in Österreich. Die Trainerin für interkulturelle Kompetenz sagt von sich: „Ich wurde als Muslimin radikalisiert, doch durch das Lesen des Korans wurde ich zur Kritikerin!“ Im Westen müssten sich Menschen aus anderen Kulturen und Religionen dem hier geltenden Recht unterordnen. Den Islam bezeichnete Mirzo als „menschenverachtende Ideologie“. Sie nannte Ungarn und Polen als Beispiel, wie ein Staat der unerwünschten Infiltrierung Grenzen setzen könne. „Der Islam etabliert eine gefährliche Gegengesellschaft, die das demokratische Grundrecht nicht akzeptiert.“ In Österreich würden gesetzliche Schlupflöcher genützt, um sich trotz des Verbots aus dem Ausland finanzieren zu lassen.

Podiumsteilnehmer waren sich einig

Das Podium – von Zukunft-CH-Geschäftsführerin Beatrice Gall moderiert – war sich einig. Neben Hikmat und Mirzo diskutierten die FDP-Politikerin Christine Kohli, SVP-Nationalrat Lukas Reimann sowie Niklaus Herzog, ehemaliger Geschäftsführer der Kantonalen Ethikkommission Zürich. Reimann hielt fest: „Für mich gehört der Islam nicht zur Schweiz.“ Herzog führte aus, dass gesetzliche Grundlagen zur Verhinderung von Zwangs- und Kinderehen oder Genitalverstümmelung zwar vorhanden seien, aber nicht angewendet würden. Das fördert in Christine Kohli Wut und Enttäuschung: „Mir geht es um die Verteidigung der Freiheit.“ 14-jährige Buben gelten im Islam als volljährig. „Welche Regeln gelten für sie und ihre Familien?“, fragte sie. (Autorin: Mirjam Fisch-Köhler)

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