Samstag • 7. Dezember
Pro und Kontra
20. November 2019

Kinder zu Beerdigungen mitnehmen?

Ist es sinnvoll, Kinder zu Beerdigungen mitzunehmen? Diese Frage stellen sich viele Eltern. Foto pixabay.com
Ist es sinnvoll, Kinder zu Beerdigungen mitzunehmen? Diese Frage stellen sich viele Eltern. Foto pixabay.com

Wetzlar (idea) – Der November gilt als Trauermonat. Bei der Auseinandersetzung mit Tod und Trauer stellen sich Eltern immer wieder die Frage, ob es sinnvoll ist, ihre Kinder zu Beerdigungen mitzunehmen. Darauf antworten zwei christliche Mütter in einem Pro und Kontra für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar).

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Pro: Auch für Kinder ist es wichtig, einen Ort der Trauer zu haben

Die Diplom-Volkswirtin, Pfarrfrau und vierfache Mutter Janina Kürschner (Potsdam) schreibt, dass sie und ihr Ehemann die Kinder in der Regel immer zu Beerdigungen mitgenommen hätten. So habe sie erfahren, dass es nicht nur für sie als Erwachsene, sondern auch für ihre Kinder wichtig sei, einen Ort der Trauer und des Abschiedes zu haben. Die Teilnahme an der Beerdigung habe den Kindern geholfen zu verstehen, „warum Mama und Papa in letzter Zeit so traurig waren und geweint haben“. Die Kinder hätten so erfahren, dass der Tod zum Leben dazugehöre. Das gemeinsame Weinen und Abschiednehmen am offenen Grab habe bei den Kindern viele Fragen aufgeworfen. Sie hätten wissen wollen, ob Opa im Sarg bleibe, wann das Loch zugemacht werde und ob der Verstorbene in den Himmel komme. „Indem man den Kindern diese Fragen gleich beantwortet, erfährt man auch selber wunderbaren Trost“, so Kürschner.

Kontra: Beerdigungen können für Kinder irritierend sein

Die Erziehungsberaterin und Paartherapeutin sowie achtfache Mutter Susanne Mockler (St. Johann) sieht die Teilnahme von Kindern an Beerdigungen kritischer. Zwar müssten auch Kinder trauern und Abschied nehmen, allerdings könne die Atmosphäre bei Beisetzungen irritierend wirken. „Lauter schwarz Gekleidete, die meisten weinen, triste Klänge und dann dieser seltsame Moment an dem tiefen Loch, an dem jeder vorbeigehen muss“, diese merkwürdige Stimmung mache Kindern möglicherweise Angst. Auch für Eltern sei die Teilnahme der Kinder nicht einfach. Anstatt sich bei der Zeremonie ganz dem Abschiednehmen widmen zu dürfen, müssten sie dafür sorgen, dass das Kind die Andacht der Feier nicht störe. Bei älteren Jungen und Mädchen sei es wichtig zu fragen, was das Kind wolle. Wenn man mit ihnen altersgemäß über Tod und Auferstehung rede, könne man sie auf die Trauerzeremonie gut vorbereiten. „Wenn das Kind sich dann entscheidet, dabei sein zu wollen, ist das gut und für die Trauerbewältigung sicher konstruktiv“, schreibt Mockler. Genauso sollten Eltern aber respektieren, wenn es nicht teilnehmen wolle.

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