Sonntag • 25. August
Ehestreit
04. August 2019

Islamisches Zentrum München gibt umstrittene Empfehlungen

Laut des Islamische Zentrum München dürfen Männer ihre Frauen bei einem Ehestreit auch schlagen. Symbolfoto: pixbabay.com
Laut des Islamische Zentrum München dürfen Männer ihre Frauen bei einem Ehestreit auch schlagen. Symbolfoto: pixbabay.com

München (idea) – Das Islamische Zentrum München (IZM) empfiehlt muslimischen Männern, im Ehestreit als letztes Mittel die Frau zu schlagen. Auf der Internetseite heißt es zum Thema „Frau im Islam“, dass der Mann im Falle einer „in größeren Schwierigkeiten steckenden Ehe“ zu drei Maßnahmen verpflichtet sei: „Ermahnung, Trennung im Ehebett und Schlagen“. Das Schlagen, wie es der Koran beschreibe, habe „nach den Gelehrten eher einen symbolischen Charakter“. Wie dieser aussieht, wird nicht erläutert.

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Protest von Kommunalpolitikern

Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) äußerten sich Münchner Kommunalpolitiker entsetzt über die Textpassagen. Der SPD-Stadtrat Cumali Naz, Fachsprecher für Migration, sagte gegenüber dem Sender: „Wenn das IZM propagiert, Gewalt sei ein legitimes Mittel zur Lösung von Ehekonflikten, widerspricht das fundamental den Werten unserer Gesellschaft.“ Die integrationspolitische Sprecherin der CSU-Stadtratsfraktion, Evelyne Menges, vertrat die Ansicht, dass „menschenverachtende und gewaltverherrlichende Inhalte nicht toleriert werden“ dürften. Deswegen sei es „zwingend notwendig, dass die entsprechenden Passagen schnellstmöglich von der Internetseite verschwinden“.

Staatsanwaltschaft: Empfehlung erfüllt keinen Straftatbestand

Auf Anfrage des BR bei der Staatsanwaltschaft München, teilte diese mit, die Empfehlungen des IZM zum Thema „Frau und Familie im Islam“ muteten „teilweise befremdlich an, erfüllen jedoch keinen Straftatbestand. Laut dem BR versprach die Deutsche Muslimische Gemeinschaft, zu der das IZM gehört, bereits im März eine Überarbeitung der beanstandeten Internetseite. Doch es sei nichts geschehen. Auf erneute Nachfrage des Senders soll die Seite nun innerhalb der nächsten zwei Wochen geändert werden. Zum Hintergrund: Der Verfassungsschutz Bayern beobachtet das Zentrum und rechnet es dem Netzwerk der extremistischen Muslimbruderschaft zu. Die Deutsche Muslimische Gemeinschaft betonte – auch im Namen des IZM – mehrfach, dass sie sich von den Zielen der Muslimbruderschaft distanziere. Man bekenne sich „uneingeschränkt zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung“.

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