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Berater David Kadel
24. Dezember 2018

Herrlich einen Tag vor Heiligabend entlassen: Was stimmt nicht mit uns?

Berater David Kadel kritisiert den Fußball-Bundesligisten Leverkusen für sein Verhalten gegenüber Trainer Heiko Herrlich. Foto: Privat
Berater David Kadel kritisiert den Fußball-Bundesligisten Leverkusen für sein Verhalten gegenüber Trainer Heiko Herrlich. Foto: Privat

Aachen/Leverkusen (idea) – Der Berater christlicher Fußballprofis, David Kadel (Aachen), hat die Entlassung von Fußballtrainer Heiko Herrlich (47) durch den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen einen Tag vor Heiligabend kritisiert. Unter der Überschrift „Was stimmt eigentlich nicht mit uns?“ schreibt er auf Facebook, der Zeitpunkt der Entlassung sei ein „äußert herzliches Timing“. Woche für Woche müsse man mitansehen, wie die „Entscheider“ in der Bundesliga aber auch in der Wirtschaft Empathie für ihre Mitarbeiter verlören. Wer angstgesteuert lebe, setze „scheuklappenartig“ auf die sofortige Lösung. Darüber wird Kadel zufolge vergessen, dass jeder Fortschritt eine gesunde Entwicklung und Zeit benötige. Stattdessen werde einer Führungskraft, der man gestern noch Vertrauen geschenkt habe, dieses aufgrund von einigen Niederlagen entzogen. Deutschland habe leider, so Kadel, eine katastrophale Fehlerkultur. Scheitern sei der wichtigste Teil eines Lernprozesses, weil es immer wieder „demütig und wach“ mache.

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Kadel: Ich wünsche Dir einen Verein, der an Deine Art, Menschen zu führen, glaubt

Er wünsche Herrlich trotzdem und gerade jetzt „Frohe Weihnachten“ und in 2019 einen Verein, „der an Dich und Deine Art, Menschen zu führen, glaubt!“ Der bekennende Christ war seit Sommer 2017 Trainer bei Leverkusen und hatte die Mannschaft in der vergangenen Saison auf Platz fünf geführt. Trotz zuletzt verbesserter Ergebnisse – Leverkusen hat die Hinrunde auf Platz neun beendet – ist laut Sportgeschäftsführer Rudi Völler aber „eine Stagnation in der Entwicklung des Teams“ in der abgelaufenen Halbserie nicht zu leugnen gewesen. Nachfolger von Herrlich wird der Niederländer Peter Bosz. Der frühere National- und Bundesligaspieler Herrlich trainierte zuvor den SSV Jahn Regensburg und führte den Club binnen anderthalb Jahren von der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Einen Einschnitt in seinem Leben erlebte er im Jahr 2000. Damals wurde bei ihm ein Gehirntumor entdeckt. Millionen nahmen Anteil an seinem Schicksal. Dank einer Strahlentherapie konnte der Tumor besiegt werden. Nach seiner Genesung dankte Herrlich in einer Pressekonferenz „den vielen, die für mich gebetet haben, und vor allem Gott, der mir geholfen hat, die schwere Krankheit zu besiegen“. Der christliche Glaube hat sich bei Herrlich nach seinen Angaben durch die Leidenszeit vertieft: „Natürlich habe ich Angst gehabt, aber im Gebet habe ich immer Ruhe und inneren Frieden gefunden.“ Der Buchautor und Filmemacher („Und vorne hilft der liebe Gott“) Kadel arbeitet als „Inspirations-Trainer“ mit Fußballprofis sowie der Deutschen Leichtathletik-Nationalmannschaft und berät Firmen mit seinem Konzept H.E.R.Z.E.N.S. Coaching.

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