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Bundesamt für Statistik
07. Februar 2018

Freikirchen haben stark zugelegt

Foto: idea/Andrea Vonlanthen
Foto: idea/Andrea Vonlanthen

Peter Schneeberger, Präsident des Verbandes VFG - Freikirchen Schweiz, ist über die Resultate erfreut: „Die Freikirchen haben – zusammen mit den anderen christlichen Glaubensgemeinschaften – einen grossen Sprung nach vorne gemacht“, stellt er fest. In den letzten vierzig Jahren haben Freikirchen und Gemeinschaften demnach ihren Anteil an der Wohnbevölkerung von 2 Prozent auf 5,9 Prozent gesteigert (siehe Grafik).

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Religiös aktiv und hoher Kaderanteil

Faszinierend findet Schneeberger auch die Zahlen zum Gottesdienstbesuch: 70 Prozent der Mitglieder von Freikirchen besuchen laut der neuen Religionsstatistik mindestens einmal pro Woche den Gottesdienst. Beim Beten ist ihre Beteiligung noch stärker. Gegen 90 Prozent beten täglich. „Führt das dazu, dass Mitglieder von Freikirchen weltabgewandt sind?“, so die rhetorische Frage des Freikirchen-Präsidenten. Das Gegenteil sei der Fall. Über 10 Prozent der freikirchlichen Berufstätigen sind laut der Erhebung im obersten Management tätig. Das ist mit Abstand die höchste Quote unter den christlichen Religionsangehörigen. Die grösste Rolle spielen laut der Erhebung die Religion und Spiritualität in der Erziehung der Kinder, in der Einstellung gegenüber der Natur, bei Krankheit und in schwierigen Momenten des Lebens.

Wert der Freikirchen nicht unterschätzen

„Der Wert der (Frei)Kirchen für die Schweiz darf nicht unterschätzt werden“, bilanziert Schneeberger. „In den Bereichen werteorientierte Erziehung, verantwortungsbewusster Umgang mit der Schöpfung und Trost in Zeiten des Leidens geben das Evangelium von Jesus Christus und die Christen heilende, frohe und heimatspendende Antworten.“

Anhaltende revolutionäre Kraft

Er zitiert dazu aus der „Pariser Erklärung“ über die Rolle und den Zustand von Europa: „Unsere Tugenden sind zweifelsfrei christlichen Erbes: Gerechtigkeit, Mitgefühl, Gnade, Vergebung, Friedfertigkeit, Wohltätigkeit, Das Christentum hat die Beziehungen zwischen Männern und Frauen revolutioniert, indem es Liebe und gegenseitige Treue in einem zuvor ungekannten Ausmass als bleibende Werte etablierte.“ Dies zeige sich insbesondere in der Verantwortung und Selbstlosigkeit von Eltern für ihre Kinder.

(Fritz Imhof/Livenet.ch)

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