Dienstag • 27. Juni
Suizidhilfe
19. Juni 2017

Exit beabsichtigt Ausweitung der Freitodbegleitung

Foto: freeimages.com
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Die Selbstbestimmungsorganisation Exit will prüfen, ob und wie weitere Liberalisierungsbemühungen beim erleichterten Zugang zum Sterbemittel für betagte Menschen möglich sind. Allfällige Schritte sollen an der Generalversammlung (GV) von 2018 beschlossen werden.

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Erleichterter Zugang zu Sterbemitteln

Exit hielt am Samstag ihre Generalversammlung in Zürich ab. Der Verein zählt gemäss Medienmitteilung über 100.000 Mitglieder. Gemäss Beschluss der Versammlung will er die Bildung einer Arbeitskommission an die Hand nehmen. Diese hat den Auftrag, Meinungen von Experten wie Juristen und Ethikern einzuholen.

Auch soll die Kommission bis in einem Jahr darüber berichten, wie und in welcher Weise weitergehende Massnahmen für einen erleichterten Zugang zum Sterbemittel Natrium-Pentobarbital (NaP) für betagte Menschen möglich wären.

Liberalisierung des Altersfreitods

Bereits vor sechs und vor drei Jahren habe Exit in ihre Statuten aufgenommen, sich für den erleichterten Zugang zum Sterbemittel für betagte Menschen einzusetzen und sich für den Altersfreitod zu engagieren. Heute würden rund ein Viertel der Begleitungen im Bereich Altersfreitod stattfinden.

Der Vorstand informierte an der GV weiter darüber, dass Ärztinnen und Ärzte bei der Enttabuisierung und Liberalisierung des Altersfreitods eine wesentliche Rolle spielten. Der Verein starte daher diesen Sommer das Projekt "Information Ärzteschaft". Dessen Ziel sei es, grundlegendes Wissen zur organisierten Suizidhilfe zu vermitteln.

Kompliziert und "bürokratisch"

Der Verein will zudem eine Bedarfsanalyse durchführen. Ziel sei es, zu erfahren, ob die bisher aufgegleisten Massnahmen hinsichtlich Altersfreitod genügten. Die Antragsteller begründeten ihren Vorstoss damit, dass das bestehende Prozedere zur Verschreibung des Sterbemittels von manchen Sterbewilligen "als zu kompliziert, bürokratisch und als Eingriff in die Privatsphäre" empfunden werde. Auch werde die amtliche Legalitätskontrolle nach einer Freitodbegleitung je nach Kanton "als schikanös und als Verletzung der Intimssphäre" erlebt. (kath.ch/gs)

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