Sonntag • 19. Mai
Demonstration für Staat Israel
06. Mai 2019

"Eine Welt ohne Israel wäre eine Welt ohne Hoffnung!"

Dritter Zürcher
Dritter Zürcher "Marsch des Lebens für Israel" vom 2. Mai 2019: "Nein zu Antisemitismus und Gleichgültigkeit". Foto: zvg

Zürich (idea/md) - In seinem Referat plädierte Ernst Danner als Zürcher Gemeinderat und Präsident der Evangelischen Volkspartei (EVP) Stadt Zürich vor den 150 Teilnehmern des "Marsch des Lebens" für das bedingungslose Existenzrecht Israels: "Stellen wir uns nur für eine Sekunde vor, es gäbe Israel nicht mehr. Eine unfassbare Katastrophe. Es wäre, wie wenn ein Licht auf dieser Erde ausgelöscht würde. Es wäre, wie wenn unser Bruder oder unsere Schwester ermordet würden. Eine Welt ohne Israel wäre eine Welt ohne Hoffnung." Danner tadelte auch den versteckten Antisemitismus, der das Existenzrecht des jüdischen Staates in Frage stellt: Kritik am Staat Israel sei nur legitim "wenn das bedingungslose Existenzrecht Israels ohne Wenn und Aber anerkannt wird".

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Ein dunkler Faden in der Kirchengeschichte

Der reformierte Pfarrer Thomas Bänziger zeigte auf, wie sich der Judenhass seit der Konstantinischen Wende wie ein dunkler Faden bis heute durch die Kirchengeschichte zieht - auch in der Schweiz. Zwinglis Nachfolger Heinrich Bullinger habe Toleranz gegenüber den Juden grundsätzlich befürwortet, aber ansonsten sei er "nicht gerade judenfreundlich" gewesen. Die Reformation in der Schweiz habe die negative Haltung gegenüber den Juden nicht verändert. Bänziger schloss mit dem Gebet: "Vergib uns, dass nicht mehr Christen über die Jahrhunderte gegen Antisemitismus aufgestanden sind und vergib uns allen Antisemitismus in unserer Zeit, in welcher Form er auch auftritt, oft als Antiisraelismus kaschiert."

Holocaust-Überlebende erzählt

Die 91-jährige Jüdin Katharina Hardy ist eine von den wenigen Überlebenden des KZ Bergen-Belsen. Sie schilderte ihre traumatischen Erfahrungen in den Vernichtungslagern des Holocaust. Nachdenklich verliessen die Teilnehmenden den Platz: "Ich bin zutiefst erschüttert, was Frau Hardy als Jugendliche durchmachen musste."

Erinnern, versöhnen, Zeichen setzen

Der "Marsch des Lebens für Israel" geht auf die Initiative von Charlotte und Jobst Bittner zurück. Er verfolgt ein dreifaches Ziel: Erinnern an die Holocaust-Vergangenheit, Versöhnen zwischen Täter- und Opfergeneration sowie ein Zeichen setzen für Israel und gegen den heutigen Antisemitismus. Seit 2007 wurden 350 Märsche in 20 Ländern durchgeführt. In seinem Buch "Die Decke des Schweigens" schildert Jobst Bittner, welche eigenen biografischen Erfahrungen ihn zu diesem Marsch motiviert haben.
www.marschdeslebens.ch 

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