Sonntag • 31. Mai
Corona
21. März 2020

Menschen mit Behinderung brauchen mehr Hilfe

Der Schauspieler und Synchronsprecher Sebastian Urbanski. Foto: Privat
Der Schauspieler und Synchronsprecher Sebastian Urbanski. Foto: Privat

Berlin (idea) – Behinderte Menschen brauchen in Zeiten der Corona-Pandemie mehr Hilfe. Diese Ansicht vertrat der Schauspieler und Synchronsprecher Sebastian Urbanski – er hat das Downsyndrom – in einer Pressemitteilung der Bundesvereinigung Lebenshilfe (Marburg). Anlass war der Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März.

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Wenn Menschen mit Behinderung jetzt nicht mehr in einer Werkstatt arbeiten gehen könnten, müssten sie zu Hause oder in ihrer Wohnstätte auch tagsüber versorgt und begleitet werden. Dabei müssten sie so gut wie möglich vor dem Coronavirus geschützt werden. Das gelte auch für ihre Betreuer, die in dieser Zeit ganz besonders wichtig seien. „Ich wünsche mir, dass auch Nachbarn und Freiwillige helfen, zum Beispiel mit Einkäufen“, so Urbanski.

Eine andere Möglichkeit sei, den Kontakt zu einer Wohngemeinschaft mit behinderten Menschen zu halten und den Bewohnern Mut zuzusprechen. Man könne zum Beispiel auch Fotos oder kleine, selbstgemachte Videos schicken. „Auch Pläne für die Zeit nach Corona sollte man schon schmieden. Das macht Hoffnung. Dann fühlt man sich stärker und nicht so alleine.“

Respekt ist wichtiger als politische korrekte Wortwahl

Bei der Begegnung mit behinderten Menschen ist eine respektvolle Haltung wichtiger als eine politisch korrekte Wortwahl. Das sagte der Verleger David Neufeld (Cuxhaven) – er hat zwei Adoptivsöhne mit Down-Syndrom – gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

Für die Menschen mit Behinderungen sei es besonders wichtig, als Persönlichkeiten ernstgenommen zu werden. „Man muss immer im Blick behalten, dass jeder Mensch einmalig ist.“ Er selbst und seine Ehefrau Carolin erlebten es als sehr bereichernd, seine Söhne auf ihrem Weg durch das Leben zu begleiten.

Es erinnere sie immer wieder daran, was wirklich zähle. Es sei zum Beispiel befreiend, an seine Kinder keine großen Leistungserwartungen stellen zu können, sondern mit ihnen Schritt für Schritt herausfinden zu dürfen, wie sie glücklich und erfüllt ihren Weg gehen könnten.

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