Donnerstag • 27. Februar
Evangelische Christen leisten Beitrag zu aktuellen Fragen
04. Februar 2020

Christliche Aktivisten in der „DenkBar“

Gleichstellung, Klimaschutz, Lebensrecht: Christina Bachmann-Roth, Andreas Ziegler, Marc Jost und Beatrice Gall diskutieren.  Foto: Fritz Imhof
Gleichstellung, Klimaschutz, Lebensrecht: Christina Bachmann-Roth, Andreas Ziegler, Marc Jost und Beatrice Gall diskutieren. Foto: Fritz Imhof

Olten (idea/fi) - Wie weit darf politischer Aktivismus im Zeichen des christlichen Glaubens gehen? Diese Frage stand im Zentrum der ersten öffentlichen "DenkBar" am 30. Januar mit rund 50 Teilnehmenden. Gastgeber war die Vineyard Olten, die ihre Aktivitäten in Räumen der Fachhochschule Nordwestschweiz durchführt.

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In einem einleitenden Podium, das mit einem offenen Gespräch und anschliessender Diskussion in den thematischen Gruppen durchgeführt wurde, nahmen unter der Leitung von SEA-Generalsekretär Marc Jost zwei Frauen und ein Mann teil. Beatrice Gall (Zukunft-CH) ist auch Sprecherin des "Marsch fürs Läbe". Die Aktion sei strikte gewaltlos, man nehme aber die vorhandenen Rechtsmittel in Anspruch, während die Gegner regelmässig Gewalt ausübten.

Andreas Ziegler ist Robotik-Ingenieur und Mitbegründer der "Christlichen Klima Aktion". Er ist auch Mitglied von Extinction Rebellion, welche auf zivilen Ungehorsam und Blockaden setzt. Ziegler machte auf die Dringlichkeit seines Anliegens aufmerksam, das ihm schlaflose Nächte bereite. Auch er ist aber gegen jede Gewalt bei Aktionen, wobei er Blockaden nicht darunter zählt. Ziegler: "Man muss aber auch stören, um Aufmerksamkeit zu bekommen."

Die Unternehmerin Christina Bachmann-Roth setzt sich für die Gleichstellung von Mann und Frau ein und hat dazu auch am Frauenstreiktag teilgenommen. Freiheit und Gerechtigkeit auch für Frauen habe sie schon als Kind bewegt. Auch sie lehnt Gewalt ab und fördert ihre Ziele sowohl mit Aktionen wie mit politischem Engagement. Es brauche dabei auch Gelassenheit, so Bachmann-Roth.

Einsatz für biblische Grundwerte

Die drei Aktivisten und Aktivistinnen begründeten ihr Engagement mit biblischen Grundwerten. So mit dem Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, das menschliche Leben nicht anzutasten und mit der Gottesebenbildlichkeit von Mann und Frau. Aber auch mit Nächstenliebe (Andreas Ziegler). Und Beatrice Gall erinnerte daran, dass schon die ersten Christen sich für Kinder eingesetzt hätten, die einfach weggeworfen wurden, weil sie nicht erwünscht waren.

SEA steht hinter DenkBar

Die "DenkBar" ist eine neue Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Bibelgruppen (VBG), die auch das Konzept dazu erstellt haben. Sie macht deutlich, dass evangelische Christen einen Beitrag zu aktuellen Fragen leisten, und will Christen sprach- und dialogfähiger machen, wie VBG-Leiter Christoph Egeler in Olten erklärte. Neben überregionalen Anlässen ist es das Ziel, dass auch lokale Allianzen und Kirchen DenkBar-­Anlässe durchführen. Der nächste findet am 3. April in Winterthur statt zum Thema "Ehe für alle".