Sonntag • 24. März
Innovationspreis
01. März 2019

Bibel-Computerspiel ausgezeichnet

Der 31-jährige Theologen Amin Josua (rechts) erhält zum ersten Mal den Innovationspreis des Kongresses Christlicher Führungskräfte. Foto: idea/Wolgang Köbke
Der 31-jährige Theologen Amin Josua (rechts) erhält zum ersten Mal den Innovationspreis des Kongresses Christlicher Führungskräfte. Foto: idea/Wolgang Köbke

Karlsruhe (idea) – Der Produzent eines Bibel-Computerspiels ist auf dem 11. Kongress Christlicher Führungskräfte (KCF) am 1. März in Karlsruhe mit dem erstmalig verliehenen Innovationspreis ausgezeichnet worden. Die Firma Lightword Productions des 31-jährigen Theologen Amin Josua (Großbottwar bei Stuttgart) entwickelt das Computerspiel „One of the 500“ (einer der 500), in dem Jugendliche interaktiv in die Welt der Evangelien eintauchen und so spielerisch die Bibel kennenlernen. Die Idee stammte von Schülern. Bei der Evangelisation JesusHouse 2017 fragte Josua für seine theologische Doktorarbeit Jugendliche, wie Kirche für sie relevant werden könne. Eine Gruppe entwickelte die Idee eines christlichen „Open World Game“, eines virtuellen Abenteuerspiels in der Welt der Bibel. „Zunächst war es nur ein Forschungsergebnis. Aber dann haben sich viele Möglichkeiten eröffnet.“ Die Evangelische Landeskirche in Württemberg sagte ihre Unterstützung zu und ist heute zu 25,1 Prozent Anteilseigner von Lightword Productions. Josua, der als Geschäftsführer 74,9 Prozent der Firma besitzt, entwickelte mit Programmierern und Grafikdesignern einen Prototyp des Programms. Die Spieler bewegen darin jeweils eine eigene Figur durch Israel zur Zeit Jesu und erleben so die biblischen Geschichten mit.

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Positive Rückmeldungen von Nichtchristen

Aktuell geht es für Josua, seine sieben festen und mehrere freie Mitarbeiter darum, weitere Investoren zu gewinnen. Ziel ist es, dass sich die Firma künftig finanziell selbst trägt. „Wir wollen ganz gezielt auch Nichtchristen ansprechen, indem wir die Grundfragen des Lebens aufgreifen und die christliche Deutungsperspektive als eine von mehreren anbieten.“ In den verschiedenen Spielsituationen habe man immer Handlungsalternativen, so Josua. „Es ist nicht aufdringlich, aber man bekommt die christliche Botschaft mit.“ Besonders ermutigt hätten ihn bisher die positiven Reaktionen anderer Jungunternehmer, die mit dem christlichen Glauben nichts zu tun hätten, aber das Spiel großartig fänden. Für den mit 5.000 Euro dotierten Innovationspreis hätten sich insgesamt 24 Unternehmen beworben, sagte das KCF-Vorstands- und Jurymitglied Timo Plutschinski (Hamburg). Der Gewinner habe sich durchgesetzt, weil er ein tragfähiges Geschäftsmodell verbinde mit einer innovativen Art, das Evangelium zu verbreiten. Auch die gute Teamarbeit und die bisherigen konkreten Entwicklungsschritte hätten die Jury überzeugt.

Vom Kinosaal in die Karlsruher Messehalle

Gewinner des ebenfalls auf dem KCF verliehenen Wertepreises (früher „Preis für christliche Führungskräfte“) ist der Geschäftsführer der FC-Gruppe, Michael Hoffmann. FC steht für „Facility Control“ (Steuerung, Planung und Kontrolle von Anlagen, Technik und Gebäudeinfrastruktursystemen). Das Ingenieurbüro mit Sitz in Ettlingen (bei Karlsruhe) wurde 1999 von den Ingenieuren Michael Hoffmann und Ulrich Kraus gegründet. Es beschäftigt 270 Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz von 29 Millionen Euro. Hoffmann startete als Mitglied der Gemeindeleitung der Freikirche ICF Karlsruhe 2014 mit Manuel von Kahlden und Theresa Mirkes die Musicalinszenierung „Weihnachten neu erleben“. Das Ziel: Die Weihnachtsgeschichte so zu erzählen, dass sie auch Menschen anspricht, die sonst nicht in den Gottesdienst gehen. In den ersten drei Jahren mietete das Team einen Kinosaal. Inzwischen finden die Aufführungen in der Karlsruher Messehalle statt.

Jedes Jahr ein neues Drehbuch

Die Besucherzahlen des Weihnachtsmusicals stiegen von anfangs 2.300 Gästen auf 50.000 Zuschauer in acht Aufführungen im Jahr 2018. Zwei Dutzend Sponsoren ermöglichen kostenfreien Eintritt, zugleich wird um eine Spende gebeten. Schirmherr ist der Karlsruher Bürgermeister für Soziales, Martin Lenz (SPD). Als Spendenerlös überwies „Weihnachten neu erleben“ über 200.000 Euro an das christliche Kinder- und Jugendwerk Arche in Karlsruhe sowie zwei weitere Projekte. 1.000 ehrenamtliche Schauspieler, Tänzer, Chorsänger, Musiker und Helfer wirken an den Aufführungen mit. Hoffmann schreibt jedes Jahr ein neues Drehbuch. 2018 erzählte er die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht der drei Weisen aus dem Morgenland. Hoffmanns Ziel ist es, die Bedeutung der Weihnachtsgeschichte für das eigene Leben zu zeigen. „Wir wollen nicht belehren, sondern eine Geschichte erzählen, wie Jesus ist“, sagt er. „Was damit passiert, überlassen wir den Zuhörern. Die Besucher sollen berührt, aber nicht brüskiert werden.“

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