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Heilsarmee engagiert gegen Food Waste
20. Juli 2018

Anders als man denkt: Brot wird Biogas-Strom

Leserreporter irrt sich: Die Heilsarmee-Flüchtlingshilfe verschwendet kein Brot, im Gegenteil. Foto: Screenshot
Leserreporter irrt sich: Die Heilsarmee-Flüchtlingshilfe verschwendet kein Brot, im Gegenteil. Foto: Screenshot "20 Minuten"

Bern (idea) - Ein Container an der Viktoriastrasse in Bern regte einen Passanten auf, der sich prompt als Leserreporter bei 20 Minuten meldete: "Übervoll mit altem Brot ist die Tonne. Und dann steht ausgerechnet Heilsarmee darauf. Food-Waste bei der Heilsarmee?"

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Brot wird Strom

Doch der Sachverhalt ist ganz anders, als man beim Vorbeigehen denkt. Martin Trachsel, Standortleiter der Heilsarmee Flüchtlingshilfe Viktoria in Bern, nahm gegenüber "20 Minuten" Stellung: "Ich verstehe die Wut des Leser-Reporters: Eine solche Menge Brot, die einfach weggeworfen wird, regt auf." In Tat und Wahrheit ist der Brot-Container Teil eines Programms gegen Food-Waste: "Das Brot, das wir in dem Food-Waste-Container sammeln, ist alt", erklärt Trachsel. Die Heilsarmee geht sehr bewusst mit Lebensmitteln um.

Ungeniessbares Alt-Brot

Es handelte sich um mehrere Tage altes Brot auf dem Weg in die Biogas-Produktion. Das längst ungeniessbare Brot sei von Flüchtlingen aus der Unterkunft im Berner Breitenrain gesammelt worden. Es fange nun an zu gären. "Aus dem Biogas wird Strom gewonnen", heisst es auf der Webseite der Heilsarmee-Flüchtlingshilfe.

Ein Konzept gegen die Verschwendung

Der Umgang mit dem Brot geht so: Brot, das nicht am Tag selbst verkauft werden kann, geht an die Berner "Äss-Bar", eine Bäckerei für Brot vom Vortag. Die Heilsarmee Flüchtlingshilfe erhält wiederum von der Berner "Äss-Bar" Brot, das dann bereits zwei Tage alt ist und nicht verkauft wurde. Schaffen auch die Flüchtlinge nicht, alles zu essen, gibt die Heilsarmee das drei Tage alte Brot in den Container. Alle vier Wochen wird dieser geleert und zum Biogas-Produzenten gebracht. So engagiert sich die Heilsarmee gegen Food-Waste. Martin Trachsel von der Heilsarmee: "Es war etwas ungünstig, dass der Container dieses Mal so voll war, dass er offen stand."

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