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Cambridge-Universität
01. November 2017

Älteste bekannte Sonnenfinsternis wohl schon in der Bibel erwähnt

Bei einer Sonnenfinsternis wird die Sonne von der Erde aus gesehen durch den Mond teilweise oder ganz verdeckt. Foto: pixabay.com
Bei einer Sonnenfinsternis wird die Sonne von der Erde aus gesehen durch den Mond teilweise oder ganz verdeckt. Foto: pixabay.com

Cambridge (idea) – Die älteste bekannte Sonnenfinsternis wird höchstwahrscheinlich bereits in der Bibel erwähnt. Davon gehen Forscher der renommierten Cambridge-Universität aus. Sie beziehen sich auf eine Stelle aus dem Buch Josua. Nachdem Josua das Volk Israel in das Land Kanaan – eine Region, die das heutige Israel umfasst – geführt hatte, betete er: „Sonne, steh still zu Gibeon, und Mond, im Tal Ajalon! Da stand die Sonne still, und der Mond blieb stehen“ (Josua 10,12-13). Wissenschaftler gehen seit längerer Zeit davon aus, dass es sich dabei um eine Sonnenfinsternis handelte. Wie Prof. Colin Humphreys sagte, heißt es im hebräischen Urtext nicht, dass Sonne und Mond stehenblieben, sondern dass sie aufhörten, das zu tun, was sie normalerweise tun: „Sie hörten auf zu scheinen.“ Um die Finsternis zu datieren, untersuchten er und seine Kollegen die Veränderungen der Erdrotation im Laufe der Zeit. Sie fanden heraus, dass die einzige ringförmige Sonnenfinsternis, die zwischen 1500 und 1050 v. Chr. von Kanaan aus sichtbar war, am 30. Oktober 1207 v. Chr. stattfand. Historischen Belegen zufolge war das Volk Israel in diesem Zeitraum tatsächlich in Kanaan. Das gehe aus der sogenannten Merenptah-Stele des gleichnamigen Pharaos hervor. Sie befindet sich im Ägyptischen Museum in Kairo. Die Forschungsergebnisse werden in der Zeitschrift „Astronomy & Geophysics“ der Königlichen Astronomischen Gesellschaft veröffentlicht.

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