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Pflegefamilie in Trauer
08. Januar 2019

Abtreibung überlebt: Jetzt ist Tim mit 21 Jahren gestorben

Der mit Downsyndrom geborene Tim ist am 4. Januar gestorben. Foto: Sarah Heyens
Der mit Downsyndrom geborene Tim ist am 4. Januar gestorben. Foto: Sarah Heyens

Quakenbrück (idea) – Vor 21 Jahren hat Tim seine eigene Abtreibung überlebt. Jetzt ist der mit Downsyndrom geborene Junge am 4. Januar gestorben. Das teilten seine Pflegeeltern, Simone und Bernhard Guido (Quakenbrück bei Osnabrück), in einer Mitteilung an die Stiftung „Ja zum Leben“ (Meschede) mit. Tim habe noch ohne Vorzeichen auf seinen plötzlichen Tod Weihnachten und Silvester mit der Familie gefeiert: „Wir sind sehr traurig und wissen noch nicht, wie wir den Verlust unseres einzigartigen, lebensfrohen und Freude verbreitenden Sohns verkraften sollen.“ Tim sollte aufgrund einer Downsyndrom-Diagnose in der 25. Schwangerschaftswoche getötet werden. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil der Säugling nach der misslungenen Abtreibung neun Stunden ohne jegliche medizinische Versorgung um sein Überleben ringen musste, bevor man ihm half. Tim war mehrfach schwerbehindert. In ihrem 2015 erschienenen Buch „Tim lebt! Wie uns ein Junge, den es nicht geben sollte, die Augen geöffnet hat“ (adeo Verlag) schildern die Pflegeeltern, wie sich Tim ins Leben kämpfte. 2006 wurden sie mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Damit wurde die Bereitschaft des Ehepaars gewürdigt, zwei behinderte Kinder aufzunehmen. Tims leibliche Mutter hat ihn nur einmal sehen wollen. Sie starb 2005 im Alter von 41 Jahren. Die Stiftung „Ja zum Leben“ nahm den Fall zum Anlass, um mit der Kampagne „Tim lebt“ (Tim-lebt.de) gegen Spätabtreibungen zu protestieren.

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