Freitag • 18. Januar
Umfrage zur Jahreslosung 2019
08. Januar 2019

2019 aktiv Frieden fördern

Elisabeth Kunz, Rolf Germann, Christine Grogg, Esther Zbinden Jürg Bräker (o.v.l.); Wilf Gasser, Erich Vontobel, Ramona Keil, Carina Meier (u.v.l.). Fotos: zvg
Elisabeth Kunz, Rolf Germann, Christine Grogg, Esther Zbinden Jürg Bräker (o.v.l.); Wilf Gasser, Erich Vontobel, Ramona Keil, Carina Meier (u.v.l.). Fotos: zvg

idea fragte neun Personen, was Ihnen die Aufforderung "Suche Frieden und jage ihm nach!" sagt und wie sie damit umgehen. 

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"Ich schlichte mit biblischen Prinzipien."

Frieden auf Erden - das wünschen sich gemäss meiner Erfahrung die meisten Menschen. Das umfasst auch den Frieden, der im Herzen entsteht, wenn alles in Ordnung ist. Ich bin täglich mit zwischenmenschlichen Konflikten konfrontiert - ich strebe aber nicht danach, ohne Konflikte leben zu wollen. Ich will in Konfliktsituationen Friedensstifter werden. Das erfordert von mir, den Menschen dort zu begegnen, wo sie Unfrieden erleben, und mit ihnen den Weg zu gehen, in ihren Herzen dem Frieden nachzujagen. Dieses Nachjagen hat individuelle Formen. Es kann Aushalten bedeuten oder zu lernen, eine erweiterte Sicht zu erhalten, eine falsche Herzenshaltung abzulegen oder vergeben zu können. So habe ich mit meinem Mann friedensstifter.ch gegründet. Konflikte sollen nicht nur vor Gericht ausgetragen werden müssen, sondern mit biblischen Prinzipien geschlichtet werden. 2019 soll für mich ein Jahr werden mehr Frieden zu stiften.

Elisabeth Kunz, Rechtsanwältin und Notarin

"Ich nehme am Ostermarsch teil."

Ich werde 2019 einen Ausbildungsgang zum Konfliktbegleiter abschliessen. Schalom hat für mich weniger mit der Abwesenheit von Konflikten zu tun als damit, wie wir sie angehen, wie wir in Konflikten miteinander umgehen und was wir auf dem Weg erhoffen: dass wir dem gerechten Frieden Christi am Ende etwas näherkommen. Das möchte ich in meine Arbeit einbringen. Am Ostermontag werde ich am Ostermarsch teilnehmen: "Frieden statt Waffen exportieren". Als Konferenz der Mennoniten der Schweiz verbinden wir seit Jahren die Nothilfe in Syrien mit dem Protest gegen Lockerungen der Regelungen zu Waffenexporten, die Waffenexporte in Staaten erlauben, welche systematisch Menschenrechte verletzen und in denen Bürgerkrieg herrscht. Wir dürfen das Leid, das mit diesen Regimes verknüpft ist, nicht aus sicherheitstaktischen Gründen einfach ausser Acht lassen.

Jürg Bräker, Generalsekretär der Konferenz der Mennoniten der Schweiz

 

"Ich höre zu, um zu verstehen."

Die Versöhnung zwischen Gott und dem Menschen durch Jesus ist die Voraussetzung, dass der Frieden Gottes in unser Leben einzieht. Wie aber jage ich diesem Frieden nach, damit er auch für meine Umgebung Wirkung zeigt? 1. Versöhnung mit der eigenen Geschichte, mit der Situation, in der ich stehe. Jesus hält mein Geschick in seiner Hand und er hat gute Gedanken über mich. Mit diesem Wissen fällt es mir einfacher, auch schwierige Wege in meinen Frieden einzubetten. 2. Kommunikation. Dem Frieden nachzujagen heisst für mich, den anderen wahrzunehmen, ihm zuzuhören, auf ihn einzugehen. Wir hören nicht zu, um zu antworten, sondern wir hören zu, um zu verstehen. 3. Dankbarkeit und Wertschätzung. Ich sehe meine kleine Welt mit dankbaren und wertschätzenden Augen an und drücke dies mit meinen Worten aus. Gedachte Wertschätzung ist keine Wertschätzung. - Das ist mein Nachjagen, damit Frieden in meiner Welt Fleisch wird!

Rolf Germann, Präsident ACC Deutschschweiz

 

"Ich gebe der Zufriedenheit Raum."

Was bedeutet Frieden? Ich gebe den Begriff bei Google ein. Die Suchmaschine spuckt mir Begriffe wie Meditation, Friedensorganisationen oder menschliche Sicherheit aus. Plötzlich stolpere ich über das Wort Zufriedenheit. Kann es sein, dass Zufriedenheit mehr mit dem Frieden aus Psalm 34 zu tun hat, als ich denke? Nach meinen Gedankenausflügen komme ich zum Schluss, wie ich diesem Aufruf aus dem Lied Davids nachkommen möchte: Mein Wunsch ist es, mit Zufriedenheit auf das zu sehen, was Gott in mein Leben gelegt hat. Ich möchte mich auf Schatzsuche im Alltag begeben und dieser Zufriedenheit in mir Raum geben. Ich bin davon überzeugt, dass Jagen nach dem Frieden zu keiner sichtbaren Beute führt. Dieser Friede ist vielmehr eine Herzenssache, die auch in Worten zum Ausdruck kommt. Je mehr Platz der Held des Friedens, Jesus, in mir einnimmt, desto mehr habe ich den Frieden erjagt.

Ramona Keil, Trainerin bei der Schulungsorganisation Evangelism Equipment EE Schweiz

 

"Ich gehe mutig auf andere zu."

Kürzlich musste ein enger Verwandter wegen eines Hirnschlages notfallmässig ins Spital eingeliefert werden. Gott sei Dank, er konnte nach einigen Tagen das Spital ­ohne Folgeschäden verlassen. Zurück bleibt die Frage bei mir: Hätten wir im Frieden auseinandergehen können, wenn er gestorben wäre? Frieden zwischen Menschen muss in meinem Herzen beginnen und ich muss etwas tun dafür - das wird mir neu bewusst. Darum will ich in den Beziehungen mit meinen Mitmenschen den Frieden aufmerksam, ehrlich und ausdauernd suchen, denn er lässt sich nicht ohne Anstrengung finden und nicht ohne Mühe festhalten. Das heisst, ehrlich über Beziehungen nachdenken; mutig auf andere zugehen, wenn Unausgesprochenes in der Luft liegt; nicht aufgeben, wenn andere abweisend reagieren. Frieden suchen und zusammen Frieden machen; eine der wertvollsten Investitionen fürs neue Jahr!

Christine Grogg, Grossrätin EVP Kanton Bern

 

"Ich achte politische Gegner."

Der Aufruf zum Frieden, wie er hier in der Bibel steht, hat für mich verschiedene Handlungsfelder. Als Kantonsrat möchte ich nie vergessen, dass jeder Politiker ein Mensch ist. Auch dann, wenn er Ansichten hat, die ich nicht teile oder sogar bekämpfe. Da gilt es, den Menschen von seinem politischen Programm getrennt zu betrachten. Ich möchte meine politischen Gegner als Menschen achten, sie lieben und sie so sehen, wie sie Jesus Christus sieht: als Menschen, die er liebt und für die er in diese Welt gekommen ist, um sie zu retten. Eine solche innere Haltung stellt sich nicht automatisch ein. Das Parlament ist ein verbales Schlachtfeld. Darum ist es eine besondere Herausforderung, den Frieden in diesem Bereich immer wieder aktiv zu suchen und dranzubleiben. Ich möchte, dass der Mensch, den ich in einer Debatte anspreche, weiss, dass ich die Sache und nicht ihn persönlich meine.

Erich Vontobel, Kantonsrat EDU Kanton Zürich

 

"Ich will Gott dienen."

Seit ein paar Wochen beschäftigt mich eine Aussage von Josua: "Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen" (Josua 24,15). Diesen Satz haben mein Mann und ich zu unserem persönlichen Motto für 2019 gemacht. Ich bin überzeugt, dass es mir auch hilft der Aufforderung, Frieden zu suchen, nachzukommen. Im neuen Jahr will ich mich neu danach ausrichten, wie ich in meiner Arbeit, meiner Familie, mit meinem ganzen Leben Gott dienen kann. Ich will ihn noch mehr nach seinem Willen fragen und diesen umsetzen. Ich bin überzeugt, dass Gottes Pläne (auch für mich) den Frieden fördern und dass ich mit meinem Dienen dazu beitragen kann, dass Gottes Friede gelebt und weitergegeben wird.

Carina Meier, reformierte Pfarrerin und Chrischona-Pastorin

 

"Ich werde meine Frau unterstützen."

Ich lebe mit drei jungen Familien im "House of Peace". Frieden zu finden ist zudem in meinem Berufsalltag ein zentrales Thema. Häufig geht es ganz einfach darum, den ersten Teil des Verses zu befolgen: "Sei fern vom Bösen und tue Gutes." Meist entsteht Unfrieden, weil wir unsere Position als die einzig Richtige sehen und wir nicht in der Lage sind, uns in die Schuhe und die Interessen des andern zu versetzen. Hier will ich 2019 meine Frau dabei unterstützen, in Organisationen und Firmen eine friedensfördernde Konfliktkultur zu entwickeln. Im Rahmen einer Weiterbildung in Konflikt-Transformation und Friedensbildung hat sie ein einfaches Werkzeug entwickelt. Ihr "Klärungsprozess" basiert auf Grundgedanken der gewaltfreien Kommunikation, und gepaart mit dem Geschenk einer von Jesus inspirierten Demut soll er Christen helfen, Konflikte offen(er) anzusprechen und echt zu klären.

Wilf Gasser, Psychiater, Präsident der Schweiz. Evang. Allianz

 

"Ich höre meinem Gegenüber zu."

Wenn ich mich als Kind über einen Mitmenschen beklagte, sagte meine Mutter zu mir: "Zum Streiten braucht es immer zwei." Stimmt das? In Römer 12,18 heisst es: "Soweit es irgend möglich ist und von euch abhängt, lebt mit allen Menschen in Frieden." Das heisst: Verhaltet euch friedfertig. Frieden lässt sich zwar nicht erzwingen, aber ich kann aus meinem Herzen heraus entscheiden, meinen Anteil daran zu geben. So können wir Frieden sammeln oder, wie in der Jahreslosung steht, "dem Frieden nachjagen".
Sich friedfertig zu verhalten meint übrigens mehr, als sich unempfindlich zu stellen oder sich grenzenlos anzupassen. In Römer 12,21 steht: "Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute." Ich kann durch mein Handeln dazu beitragen, dass mich das Böse nicht überwältigt. Zum Beispiel, indem ich meinem Gegenüber zuhöre und ihm Zeit und Zuwendung schenke.

Esther Zbinden, Leiterin Finanzen beim Blauen Kreuz Schweiz

Umfrage: David Gysel

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