Dienstag • 25. Juni
Vatikan
11. Juni 2019

Genderideologie widerspricht dem Glauben und der Vernunft

Die Genderideologie wolle die natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau auslöschen, heißt es in dem Dokument. Foto: picture-alliance/ikon images
Die Genderideologie wolle die natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau auslöschen, heißt es in dem Dokument. Foto: picture-alliance/ikon images

Vatikanstadt (idea) – Die Genderideologie widerspricht dem christlichen Glauben und der Vernunft. Diese Ansicht vertritt die Bildungskongregation für die katholische Lehre des Vatikans in einem Papier, das am 10. Juni veröffentlicht wurde. Es trägt den Titel „Als Mann und Frau schuf Er sie“. Die Genderideologie wolle die natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau auslöschen, heißt es in dem Dokument. Eine „Entfernung von der Natur“ führe dazu, dass die Gefühlsentscheidungen des Einzelnen zum alleinigen Maßstab erklärt würden. Dabei werde der Körper als „bloße Materie“ behandelt und der menschliche Wille absolut gesetzt. Diese Haltung bereite „einer kulturellen und ideologischen Revolution“ den Boden. Sie verwechsele Freiheit mit der „Vorstellung, dass jeder machen kann, was er will“. Die Annahme, es gebe ein neutrales oder drittes Geschlecht, sei eine bloße Gedankenkonstruktion. Sie stehe bei Kindern und Jugendlichen dem Prozess der Bildung einer reifen Persönlichkeit im Weg. Weiter heißt es in dem Papier, die Genderideologie müsse von der Genderforschung unterschieden werden, die mit wissenschaftlichen Mitteln die gesellschaftlichen Ursachen für die Benachteiligung von Frauen untersuche. Mit ihr wolle der Vatikan in einem Dialog bleiben. Von ihr lasse sich einiges lernen, vor allem die „Notwendigkeit, gegen jede ungerechte Diskriminierung zu kämpfen“.

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Genderzentrum bedauert die Ablehnung von Inter- und Transsexualität

Die Studienleiterin des Studienzentrums der EKD für Genderfragen, Jantine Nierop (Hannover), begrüßte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea die Bereitschaft der Bildungskongregation zum Dialog mit der wissenschaftlichen Genderforschung. Diese habe belegt, dass viele vermeintliche Unterschiede zwischen Mann und Frau kulturell konstruiert seien. „Deswegen bedauern wir auf der anderen Seite die Wortwahl ,Genderideologie’ im Papier sowie die offene Ablehnung von Inter- und Transsexualität“, so Nierop.

Evangelische Allianz: Gott hat die Menschen als Mann und Frau erschaffen

Der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Uwe Heimowski (Berlin), begrüßte gegenüber idea die Kritik des Papiers an der Genderideologie. Es entspreche der Schöpfungsordnung Gottes, dass er die Menschen als Mann und Frau erschaffen habe. Damit sei die Vorstellung, dass man sein Geschlecht nach Belieben wählen könne, nicht vereinbar. Es sei aber wichtig, nach den Ursachen für die Benachteiligung von Frauen zu forschen und sie zu bekämpfen.

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