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idea-Umfrage
28. Oktober 2018

Mehr Studenten an evangelikalen Ausbildungsstätten

Immer mehr junge Menschen studieren an evangelikal geprägten theologischen Ausbildungsstätten. Symbolfoto: pixabay.com
Immer mehr junge Menschen studieren an evangelikal geprägten theologischen Ausbildungsstätten. Symbolfoto: pixabay.com

Wetzlar (idea) – Die Zahl der Studenten an evangelikal geprägten theologischen Ausbildungsstätten im deutschsprachigen Raum ist gestiegen. Sie erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 4.448 (2017: 4.276). Das ergab eine Umfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) bei 45 Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Mehrzahl der Einrichtungen ist in zwei Dachverbänden organisiert. Sprecher der einen – der Konferenz Missionarischer Ausbildungsstätten – ist der Direktor des Marburger Bildungs- und Studienzentrums, Klaus Meiß. Er sagte idea, Kirchengemeinden suchten händeringend nach Theologen. Viele Stellen für Pastoren und Gemeindepädagogen blieben dennoch vakant. Eine zunehmende Zahl von Absolventen beginne nämlich keinen theologischen Dienst, sondern wende sich anderen Tätigkeiten zu. Oft seien Anstellungsabläufe in Gemeinden langwierig und nicht immer transparent, „so dass Absolventen einen anderen Weg einschlagen, weil Einstellungen in sozialpädagogischen Einrichtungen professioneller ablaufen“. Zudem stiegen manche Theologen nach wenigen Jahren Dienst als Pastor oder Jugendreferent wieder aus. Manchen fehle es an einer klaren Berufung, manche kämen mit den Ansprüchen von Gemeinden nicht zurecht.

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Immer mehr Praxisbezug

Laut dem Ersten Vorsitzenden der Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten, dem Leiter des Forums Wiedenest, Ulrich Neuenhausen (Bergneustadt), wächst in den theologischen Ausbildungsstätten der Praxisbezug. Gefragt seien Angebote zu Organisation, Führung und Leitung. Von Absolventen werde erwartet, dass sie neben Predigt und Seelsorge auch Kenntnisse in Mitarbeiterförderung und Coaching hätten und Organisationskompetenz zeigten. Die Ausbildungsstätten böten zudem zunehmend sogenannte Mentoring- und Coachingprogramme an. Einen Boom erlebten Kurzzeit-Schulen, die jungen Menschen viel Begleitung und Beratung bieten.

Neues aus den Ausbildungsstätten

Die CVJM-Hochschule (Kassel) startete im Herbst einen berufsbegleitenden Masterstudiengang „Transformationsstudien: Öffentliche Theologie & Soziale Arbeit“. Das Marburger Bildungs- und Studienzentrum bietet in Kooperation mit dem Europäischen Institut für Migration, Integration und Islamthemen erstmals eine zertifizierte Fortbildung zum Integrationsbegleiter an. Die Akademie für Weltmission (Korntal) ist als Weiterbildungsinstitution zertifiziert worden. Damit können dort abgelegte Weiterbildungen als Bildungsurlaub absolviert werden. Im Angebot sind Weiterbildungen in Führung, Personalführung, Organisationsentwicklung, Konfliktmoderation sowie zum Integrationsbegleiter. Das Theologische Seminar Adelshofen (Eppingen) ist jetzt staatlich anerkannt und bietet zwei neue Bildungsgänge: ein einjähriges Berufskolleg für Gemeindepädagogik und eine dreijährige Fachschule für Gemeindepädagogik und Mission.

Drei Leitungswechsel

Neuer Rektor des Martin Bucer Seminars ist Pfarrer Frank Hinkelmann (Bonn). Der bisherige Leiter, Professor Thomas Schirrmacher (Bonn), bleibt in der internationalen Leitung als Vizepräsident für Internationale Angelegenheiten. Einen Leitungswechsel gab es auch beim Europäischen Theologischen Seminar (Kniebis). Paul und Gabi Schmidgall wurden nach 16 Jahren Dienst abgelöst. Die Schulleitung übernehmen die US-Amerikaner Steven und Janice Darnell, die zuvor als Evangelisten und Lehrer für die pfingstkirchliche „Church of God“ tätig waren. Am Glaubenszentrum Bad Gandersheim übergibt Pastor Gerry Klein die Leitung nach 18 Jahren an Helmut Kühn, der zuvor 20 Jahre als Missionar in Mittel- und Südamerika gearbeitet hat.

Christliche Privatuniversität geplant

Die Evangelikale Akademie Österreich (EVAK) hat sich mit dem Institut für Theologie und Gemeindebau (ITG) und der Akademie für Theologie und Gemeinde (AThG) zusammengeschlossen, um in Wien eine christliche Privatuniversität zu gründen. Das neue Institut soll nach erfolgter Akkreditierung den Namen „Campus Danubia – Privatuniversität für Kirche und Gesellschaft“ tragen.

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