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Markus Till
26. Juni 2020

„Worthaus“ hat zu großen Einfluss auf die evangelikale Bewegung

Der christliche Blogger und Biologe Markus Till. Foto: idea/Wolfgang Köbke
Der christliche Blogger und Biologe Markus Till. Foto: idea/Wolfgang Köbke

Weil im Schönbuch (idea) – Die theologische Internetplattform „Worthaus“ hat einen zu großen Einfluss auf die evangelikale Bewegung. Diese Ansicht vertritt der christliche Blogger und Biologe Markus Till (Weil im Schönbuch) auf seinem Blog „Aufatmen in der Gegenwart Gottes“ (www.aigg.de).

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In einem Beitrag mit dem Titel: „Quo vadis Worthaus? Quo vadis evangelikale Bewegung?“ schreibt er, die Inhalte und der wachsende Einfluss der Plattform und ihrer Referenten seien mitverantwortlich für die zunehmenden Spannungen innerhalb der evangelikalen Bewegung. Viele Pastoren aus evangelikalen Gemeinden verfolgten regelmäßig die Beiträge, die auf der Plattform veröffentlicht würden.

Darüber hinaus seien die „Worthaus“-Hauptreferenten, die Theologieprofessoren Thorsten Dietz (Marburg) und Siegfried Zimmer (Ludwigsburg), gefragte Redner auf evangelikalen Großveranstaltungen und an freikirchlichen Ausbildungsstätten. Dietz wurde ferner in diesem Jahr als Mitglied in den Trägerverein von ERF Medien (Wetzlar) aufgenommen.

In den Beiträgen auf der Plattform seien, so Till, „zwar regelmäßig Abgrenzungen gegenüber evangelikalen Überzeugungen zu hören, aber auf der liberalen Seite des Spektrums werden keine wirksamen Grenzen gezogen“. Als Beispiele nennt Till die Beiträge, die im Juni 2019 auf der Veranstaltung „Worthaus 9“ in Tübingen gehalten wurden. Eine Analyse der Referate zeige, dass in ihnen überwiegend theologisch liberale Positionen vertreten würden.

So werde in ihnen in Abrede gestellt, dass Gott immer wieder wundersam in die Geschichte eingegriffen habe. Darüber hinaus werde angezweifelt, dass Jesus ganz Gott gewesen sei, dass er am Kreuz einen Opfertod gestorben und dass er leiblich auferstanden sei.

Liberale Theologie führt zu „unlösbaren Konflikten“

Diese theologischen Aussagen beträfen für evangelikale Christen keine Randfragen, sondern „Knackpunkt-Themen“. Evangelikale Leiter müssten sich deshalb „bewusst sein, dass sie sich einen unlösbaren Konflikt mitten in ihre Gemeinschaften und Organisationen holen, wenn sie dieser Theologie Raum geben in ihren Ausbildungsstätten, ihren Medien und ihren Gemeinschaften“, so Till.

Die Frage, wie mit dem Einfluss der liberalen Theologie umzugehen sei, müsse offen diskutiert werden. Sonst drohe der evangelikalen Bewegung eine ähnliche Entwicklung wie der evangelischen Kirche, in der „diese Art von Theologie unsere Ausbildungsstätten im Sturm genommen und alles Konservative weitgehend und unumkehrbar verdrängt hat“. Dietz wollte den Beitrag auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea nicht kommentieren.