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Bedford-Strohm
09. September 2018

Seenotrettung im Mittelmeer: Situation ist „skandalös“

Das zivile Aufklärungsflugzeug „Moonbird” wird durch die EKD mitfinanziert.  Foto: sea-watch.org
Das zivile Aufklärungsflugzeug „Moonbird” wird durch die EKD mitfinanziert. Foto: sea-watch.org

Wetzlar (idea) – Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), hat die Unterstützung von privaten Seenotrettungsorganisationen im Mittelmeer durch die EKD verteidigt. Dadurch besorge man nicht das Geschäft der Schlepper, sagte er bei einem Besuch in der Zentrale der Evangelischen Nachrichtenagentur idea in Wetzlar (Mittelhessen). Malta und Italien fahren seit einiger Zeit einen harten Kurs gegenüber privaten Seenotrettungsorganisationen. Schiffe werden am Auslaufen gehindert und das Einlaufen in die Häfen zumeist verweigert. Christen dürften Hilfeleistungen niemals unterlassen, betonte der EKD-Ratsvorsitzende. Die Annahme sei falsch, dass Flüchtlinge die Boote nicht mehr bestiegen, wenn es keine Rettungsaktionen mehr gebe. Das zeige sich daran, dass die Zahl der Ertrunkenen zuletzt gestiegen sei. Es sei „skandalös“, dass im Moment kaum noch gerettet werde. Bedford-Strohm sprach von einem Versagen der Staaten: „Wir brauchen endlich wirksame Rettungsmechanismen. Parallel dazu muss man natürlich auch Netzwerke der Schlepper zerstören.“ Derzeit erlaubt Malta dem von der evangelischen Kirche mitfinanzierten Aufklärungsflugzeug „Moonbird“ der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch keine Luftaufklärung über dem Mittelmeer. Die EKD unterstützt den Einsatz in diesem Jahr mit bis zu 100.000 Euro.

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