Sonntag • 24. März
Homosexualität
04. März 2019

Prof. Raedel begrüßt Beschluss der EmK-Generalkonferenz

Der Vorsitzende des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, der evangelisch-methodistische Theologe Christoph Raedel. Foto: idea/Wolfgang Köbke
Der Vorsitzende des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, der evangelisch-methodistische Theologe Christoph Raedel. Foto: idea/Wolfgang Köbke

Gießen (idea) – Dankbar für den jüngsten Beschluss der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) hat sich der Vorsitzende des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, der evangelisch-methodistische Theologe Christoph Raedel (Gießen), geäußert. Das oberste kirchenleitende Gremium der weltweiten EmK hatte am 26. Februar in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri) mit knapper Mehrheit entschieden, dass in der 12,5 Millionen Mitglieder zählenden Kirche auch künftig die Ordination Homosexueller und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften verboten bleiben. 53 Prozent der Delegierten stimmten für ein Festhalten an der geltenden Ordnung, wonach praktizierte Homosexualität nicht vereinbar mit der christlichen Lehre ist. Die Generalkonferenz habe damit in einem wichtigen Punkt Klarheit geschaffen, schreibt Raedel in einem Kommentar für die Evangelische Nachrichtenagentur idea. „Diese Klarheit eröffnet die Freiheit, sich in Verkündigung und Lehre von der Fixierung auf Fragen der menschlichen Sexualität zu lösen und Jesus Christus in Wort und Tat zu bezeugen als den Herrn über alles, über unser Denken, Reden und Tun.“ Der Professor für Systematische Theologie lehrt an der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen. Nach seinen Worten wäre der Beschluss ohne die „hohe (und zukünftig noch steigende) Zahl der Delegierten aus Afrika und Asien“ wohl so nicht gefasst worden. Für viele Methodisten in Westeuropa und Nordamerika sei das zunehmende kirchliche Selbstbewusstsein des Südens verstörend.

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Die EmK wächst dort, wo sie die biblischen Grundlagen von Ehe und Familie bewahrt

Die Kirche wachse aber dort – auch in den USA –, „wo die neutestamentlichen Lehrgrundlagen von Ehe und Familie bewahrt werden“. Eine Mehrheit der Delegierten halte die Definition von Ehe und Familie in ihrem Kerngehalt nicht für kulturell variabel. Raedel: „Ein Verständnis, wonach das einzige feststehende Merkmal der Ehe darin bestünde, zwei Partner miteinander zu verbinden – egal welchen Geschlechts –, mag westliche Empfindsamkeiten befrieden, es widerspricht jedoch dem biblisch-theologischen Begründungszusammenhang von Ehe eklatant.“ Auch wenn sich Gesellschaften von dieser Sichtweise entfernen mögen, könne dies für die methodistische Kirche in keiner Region der Erde Anlass sein, es dem Staat gleichzutun. Allerdings besteht dem Theologen zufolge trotz des Beschlusses „eher“ kein Grund zur Freude für theologisch konservative Methodisten. So sei es keiner Seite der Konferenz gelungen, „der Liebe zu Gott und dem Nächsten in den Aussprachen und Diskussionen überzeugend Ausdruck zu geben“. Es habe rhetorische Entgleisungen und taktische Manöver allerorten gegeben: „Das stimmt traurig.“ Es sei deutlich geworden, dass es die von den Bischöfen beschworene Einheit „längst nicht mehr“ gebe. Außerdem könne es konservativen Methodisten nicht gleichgültig sein, wenn Mitchristen in der EmK verletzt und enttäuscht über das Ergebnis seien. Man müsse jetzt fragen, welche Botschaft man für die habe, die ihren Glauben als Homosexuelle in dieser Kirche leben wollen.

Den ausführlichen Kommentar des evangelisch-methodistischen Theologen Christoph Raedel lesen Sie hier.

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