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Kurschus
09. Juli 2019

EKD schickt kein eigenes Seenotrettungsschiff ins Mittelmeer

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende, Annette Kurschus. Foto: EKVW
Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende, Annette Kurschus. Foto: EKVW

Hamm (idea) – Die EKD schickt kein eigenes Seenotrettungsschiff ins Mittelmeer. Das erklärte die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende, Annette Kurschus (Bielefeld), am 8. Juli beim Jahresmediengespräch der westfälischen Kirche in Hamm. Der Rat der EKD habe entschieden, dass die Kirche sich stattdessen an einem „breiten Bündnis von zivilgesellschaftlichen Unterstützern“ beteiligen wolle, die zusammen den Kauf eines Schiffes finanzieren. Das könne dann von einer Organisation wie Sea Watch oder Seebrücke als Rettungsschiff im Mittelmeer betrieben werden. Über die Einzelheiten werde der Rat der EKD im September beraten.

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Kritik am Umgang mit Kirchenasylfällen

Der Theologische Vizepräsident der westfälischen Kirche, Ulf Schlüter, kritisierte bei dem Jahresmediengespräch die Praxis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Umgang mit Kirchenasylfällen. Zum Hintergrund: Seit 2015 gilt eine Übereinkunft zwischen den Kirchen und dem BAMF. Danach kann eine Gemeinde einem Asylbewerber Kirchenasyl gewähren, muss dem Bundesamt aber die Gründe dafür in einem Härtefalldossier darlegen. Dieses Dossier soll die Grundlage für das weitere Asylverfahren bilden. In den ersten vier Monaten des Jahres 2019 habe es in Deutschland 250 neue Fälle von Kirchenasyl gegeben, erklärte Schlüter. Kirchengemeinden hätten 147 Härtefalldossiers erstellt. Nur in zwei Fällen habe das BAMF seine Entscheidung daraufhin korrigiert. Das entspreche einer Quote von 1,4 Prozent. In früheren Jahren habe diese Quote bei über 80 Prozent gelegen. „Unser Eindruck ist, dass das Individualrecht auf Schutz ausgehöhlt und durch ein pauschales Verfahren ersetzt wird, bei dem im Grunde vorher schon feststeht, was am Ende herauskommen soll“, so Schlüter.

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