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Landeskirchenforum
07. November 2018

Kirchenexperimenten auf der Spur

Thomas Schlegel, Sabrina Müller: Freiräume, Freude am Probieren, Fehlerfreundlichkeit. Fotos: Peter Schmid
Thomas Schlegel, Sabrina Müller: Freiräume, Freude am Probieren, Fehlerfreundlichkeit. Fotos: Peter Schmid

Basel (idea/psc) - Neun Kirchenexperimente stellten sich in der Johanneskirche in Basel-West vor, unter ihnen "Spiis & Gwand" aus Oftringen, die Sportler-Community "Limitless" aus Basel, die Lörracher Café-Kirche, "Mal anders" aus Bern-Mattenhof, die "Unfassbar" aus dem Osten der Bundesstadt, die Hettlinger Wuselchile und "Coffee & Deeds" von Zürich-Hirzenbach. Die Projekte und Experimente sind so vielfältig wie ihr Umfeld - und es dürfen ihrer mehr werden.

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"Kirchliche Biodiversität"

Mit Verweis auf englische Vordenker skizzierte Sabrina Müller vom Zürcher Zentrum für Kirchenentwicklung das Potenzial solcher Experimente. Freiräume, Freude am Probieren und Fehlerfreundlichkeit sind wesentlich für eine "kirchliche Biodiversität". In der "Mixed Economy" (Rowan Williams) akzeptieren Kirchgemeinden die Ergänzung durch Netzwerke und Interessengemeinschaften. Erweisen diese sich als neue Formen von Kirche? Ja, meinte Sabine Brändlin vom Rat des Kirchenbundes in ihrem pointierten Grusswort, - wenn die Gemeinschaft ausgerichtet ist auf den dreieinen Gott und das Evangelium "für Menschen heute wahr wird".

Anerkennung

Die Tagung, die vom Landeskirchen-Forum zusammen mit der Basler Kirche, dem TDS Aarau und a+w organisiert wurde, bot den 100 Teilnehmenden viel Zeit zum Austausch. Am Nachmittag berichtete Kirchenrat Thomas Schlegel von den "Erprobungsräumen" der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Eine Erkenntnis: Neue Formen brauchen viel mehr Zeit als geplant - und Anerkennung von der Kirchenleitung. Die Kirche passt sich laut Schlegel veränderten Rahmenbedingungen am besten an, wenn Christen vor Ort in eigener Regie Neues erproben. In Erfurt sind "Engel am Zug": Im Bahnhof soll Gott erlebt werden. Die Erprobungsräume leben von Christen, die gut zuhören können und Zeit haben, für andere da zu sein. Sie sagen: "Was uns unterscheidet, ist nicht was wir machen, sondern wie wir es machen.

Dieselben Grundelemente

Leidensdruck sei ein wichtiger Motor für Innovation, sagte der Gast aus Thüringen. Diese lasse sich nicht planen. "Es lassen sich nur inspirierende Settings schaffen." Schlegel fasste die in Mitteldeutschland gemachten Erfahrungen pointiert zusammen. Die Grundelemente von Kirche bleiben in neuen Formen dieselben: Gemeinschaft und Beziehungen, Essen und Trinken, Teilen und Helfen, Verkündigen und Beten. Ausstrahlung haben Erprobungsräume "durch Präsenz statt Programm, Beziehung statt Angebot, Geschichten statt Gedanken, Unsicherheit statt Planung"; so werden sie relevant für Menschen, denen Kirche erst mal egal ist. 

www.lkf.ch

 

 

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