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FeG-Präses Hörsting
29. September 2019

In der Klimadebatte Christus bezeugen

Der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG) Ansgar Hörsting auf dem Bundestag der Freikirche am 28. September. Foto: idea/Klaus Rösler
Der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG) Ansgar Hörsting auf dem Bundestag der Freikirche am 28. September. Foto: idea/Klaus Rösler

Dietzhölztal (idea) – In der aktuellen Klimadebatte sollten Christen Jesus Christus bezeugen. Er hält auch das Klima in der Hand, sagte der Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG), Ansgar Hörsting (Witten), auf dem Bundestag (Synode) der Freikirche am 28. September im mittelhessischen Dietzhölztal-Ewersbach.

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Ein solches Tun sei weder Fatalismus noch billiger Trost, sondern „eine fantastische Aufgabe“: „Menschen brauchen einen Halt, der außerhalb von ihnen selbst liegt“, sagte er in seinem Präsesbericht unter dem Motto „Krasse Zeiten – starker Glaube“. Christen dürften sich nicht in ein Ghetto zurückziehen und sich von der übrigen Welt abschotten.

Hörsting erinnerte vor 350 Delegierten und Gästen an ein im Jahr 2014 abgelegtes Schuldbekenntnis seines Gemeindebundes über das Verhalten in der NS-Zeit. „Darin haben wir das ghettohafte Verhalten in den Gemeinden beklagt“, sagte der Präses. Ähnliche Fehler dürfe man jetzt nicht wiederholen. Der 54-Jährige wurde vom Bundestag für eine dritte sechsjährige Amtszeit als Präses mit 92 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

Debatte über Orientierungshilfe zur Homosexualität

In der Aussprache zu seinem Bericht kritisierten einige Redner die im Januar veröffentliche Orientierungshilfe der Bundesleitung „Mit Spannungen leben“ zur Homosexualität. Darin werden homosexuell geprägte Menschen aufgefordert, „auf die Praktizierung dieser Prägung zu verzichten und sexuell enthaltsam zu leben“.

Das biblische Leitbild gehe von einer lebenslangen Ehe allein zwischen einem Mann und einer Frau aus. Wörtlich heißt es: „Im Ergebnis aller Bibelauslegung ist homosexuelles Verhalten nicht vereinbar mit diesem Leitbild.“ Die Orientierungshilfe löste einen Vorgängertext aus dem Jahr 2004 ab.

Der Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Gießen, Torsten Pfrommer, kritisierte eine zu große Weite in dem neuen Text. Es sei darin nicht mehr die Rede, dass Homosexuelle in der Seelsorge „eine heilsame Korrektur“ ihres Verhaltens erfahren könnten.

Ähnlich äußerte sich auch der Pastor der Freien evangelischen Gemeinde München, Matthias Lohmann. Hörsting antwortete darauf, dass in der Orientierungshilfe das biblische Leitbild der Ehe zwischen Mann und Frau maßgeblich sei. Eine Segnung homosexueller Partnerschaften oder vergleichbare Handlungen seien in FeG-Gemeinden nicht möglich. Wie man seelsorgerlich mit Betroffenen umgehe, müsse die jeweilige Gemeindeleitung entscheiden: „Wir wollen keine konkrete Handlungsanweisung geben.“

Vier Gemeinden aufgenommen

Auf dem Treffen wurden vier Gemeinden in den Bund aufgenommen: Detmold, Hannover, Haßloch und Rastatt. Die bisher unabhängige „mosaikchurch“ im lippischen Detmold wurde 2007 von einem Hauskreis mit vier Personen gegründet und hat heute 142 Mitglieder und 180 Besucher.

Die Gemeinde in Hannover nennt sich „dreisechzehn“, benannt nach dem Bibelvers im Johannesevangelium 3,16. Sie ist 2012 aus zwei Hauskirchen mit zusammen 20 Mitgliedern hervorgegangen. Heute gibt es 180 regelmäßige Besucher. Sieben Prozent aller bisher erreichten Personen seien durch den Kontakt zu der Gemeinde Christen geworden, erläuterte Gemeindepastor Markus Schmidt.

Die Gemeinde Haßloch entstand aus einem Gebetskreis und hat heute 23 Mitglieder. Die Gemeinde Rastatt wurde im Jahr 2003 gegründet und hat heute 31 Mitglieder und bis zu 60 Gottesdienstbesucher. Ferner wurde bekanntgegeben, dass sich die Gemeinde Bad Säckingen aufgelöst hat.

Wie der Leiter des FeG Praxisinstituts Evangelisation, Arndt E. Schnepper (Braunschweig), sagte, gibt es vier Gemeinden, die sich derzeit in der Gründungsphase befinden: Lübbecke, Hamm, Taunusstein und Eschwege. Weitere 28 Initiativen werden von der FeG Inland-Mission unterstützt.

Derzeit besteht der Bund aus 499 Gemeinden mit über 42.000 Mitgliedern. Zu Untersuchungen, nach denen der Bund die Freikirche mit dem größten missionarischen Wachstum in Deutschland sei, sagte Hörsting der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: „Es ist uns ein Herzensanliegen, möglichst nah an den Menschen zu sein, um sie für Jesus Christus zu gewinnen.“ Zudem bete man, dass Gottes Geist diese Menschen verändere. Hörsting zeigte sich erfreut darüber, dass es im Bund viele Mitarbeiter gebe, „die das auf dem Herzen haben“.

Theologische Hochschule Ewersbach: 15 Neueinsteiger

Kritische Rückfragen gab es in der Aussprache zur Theologischen Hochschule Ewersbach der Freikirche. Ein Delegierter wollte wissen, ob es die Verantwortlichen nicht mit Sorge erfülle, dass in diesem Herbst nur 15 Studenten ein Studium dort aufnähmen. An der Freien Theologischen Hochschule Gießen seien es 55. Dazu meinte der Rektor der Hochschule, Prof. Andreas Heiser, dass man mit der Studentenzahl zufrieden sei. Dass in Gießen mehr Studenten beginnen, liege an den Rahmenbedingungen: Junge Leute wollten lieber in einer Stadt studieren statt auf dem Land. Viele FTH-Absolventen machten im Anschluss ein Kontaktstudium in Ewersbach, um Pastor im Bund zu werden.

2018 einen Überschuss von 55.000 Euro erzielt

Zufrieden mit der aktuellen finanziellen Entwicklung des Bundes äußerte sich der Geschäftsführer Klaus Kanwischer (Witten). Nachdem man das Jahr 2017 mit einem Defizit von 206.000 Euro beendet habe, sei 2018 ein Überschuss von 55.000 Euro erzielt worden. Das sei möglich gewesen, weil die Gemeinden und Einzelpersonen 325.000 Euro mehr gespendet hätten als 2017. Er hoffe, dass diese Entwicklung auch in diesem Jahr anhalte. Er und andere Verantwortliche der Freikirche wollten mit jenen Gemeinden reden, die den Bund gar nicht finanziell unterstützten, weil sie nach eigenen Angaben nicht dazu in der Lage seien. Das seien etwa 30 Prozent aller Gemeinden. Der Jahreshaushalt des Bundes liegt bei rund 14 Millionen Euro, die ausschließlich aus Spenden finanziert werden.

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