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Bestsellerautor
11. April 2017

Hahne kritisiert geplanten Obama-Auftritt beim Kirchentag

Der Fernsehmoderator und Bestsellerautor Peter Hahne. Foto: Tobias Geiger
Der Fernsehmoderator und Bestsellerautor Peter Hahne. Foto: Tobias Geiger

Osnabrück (idea) – Scharfe Kritik am geplanten Auftritt des früheren US-Präsidenten Barack Obama beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin Ende Mai hat der Fernsehmoderator und Bestsellerautor Peter Hahne geübt. Obama habe trotz seiner „Heilsversprechen“ das Häftlingslager Guantanamo betrieben und Syrien im Stich gelassen, sagte Hahne der Neuen Osnabrücker Zeitung: „Ist seine Politik es nicht, die Trump überhaupt erst möglich machte?“ Obama sei ein „abgehalfterter Messias“. Der EKD warf Hahne, der von 1992 bis 2009 Mitglied des Rates der EKD war, „parasitäre Publizität“ vor; sie sonne sich in der Gegenwart Prominenter: „So wenig protestantisches Selbstbewusstsein tut schon weh.“ Obama wird am 25. Mai am Brandenburger Tor mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Thema: „Engagiert Demokratie gestalten – Zuhause und in der Welt Verantwortung übernehmen” diskutieren. „Warum bezahle ich mit meiner Kirchensteuer Merkels Wahlkampf“, fragte Hahne.

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Reformationsjubiläum: Lutherschnaps und Politgeschwätz

Auch auf das 500-jährige Reformationsjubiläum ist der Autor nicht gut zu sprechen: „Statt Lutherschnaps und Politgeschwätz wünsche ich mir das pure Evangelium in der kompromisslosen Sprache Luthers“, sagte das Kuratoriumsmitglied von ProChrist. Wo dem Volk aufs Maul geschaut werde, seien die Kirchen voll. Wo Predigt keine „Tagesschau“ liefere, sei etwas los: „Wir brauchen eine arme Kirche, in der der auferstandene Christus lebt und nicht das tote Kapital.“ Dass die Kirchen immer leerer und die Kassen immer voller seien, sei eine Folge dessen, dass sich sich Kirche nicht am Heiligen Geist, sondern am Zeitgeist orientiere.

Bischof Janssen: Teilnahme Obamas ist Ermutigung zu politischem Dialog

Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, Jan Janssen (Oldenburg), begrüßte hingegen den Auftritt Obamas: „Als Kenner und Freund des Kirchentages freue ich mich sehr, dass dieses evangelische Forum solch eine Würdigung erfährt.“ Er sehe in der Teilnahme Obamas eine Ermutigung zur Beteiligung am politischen Dialog, für den sich die evangelische Kirche kontinuierlich engagiere: „Gewiss lockt sein Besuch umso mehr, die Veranstaltungen des Kirchentages und zum Reformationsjubiläum 2017 wahrzunehmen.“ Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm (München) hatte Obama im Mai 2016 zu einem Besuch nach Deutschland anlässlich des Reformationsjubiläums eingeladen. Der Kirchentag findet vom 24. bis 28. Mai in Berlin und Lutherstadt Wittenberg statt. Er steht im Zeichen von 500 Jahren Reformation. 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Wittenberger Schlosskirche geschlagen und damit die Reformation ausgelöst. Zu dem Protestantentreffen werden mehr als 100.000 Teilnehmer erwartet.

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