Mittwoch • 19. September
Zwei Gemeinden legen Rekurs ein
03. September 2018

Gewitterfront zieht über der Zürcher Kirchenfusion auf

Kirchen Zürich Foto: Archiv
Kirchen Zürich Foto: Archiv

(idea) - Eigentlich sollen am 1. Januar 2019 32 Stadtzürcher Kirchgemeinden zu einer einzigen Kirchgemeinde fusionieren. So beschloss es der Kirchenrat im November 2017. Die beiden Gemeinden Zürich-Hirzenbach und Zürich-Witikon stimmten gegen den Zusammenschluss und sollen eigenständig bleiben dürfen. Die Auflösung des Reformierten Stadtverbands ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Kirchenratsbeschlusses und Voraussetzung für die Fusion. Wenn 32 der 34 Kirchgemeinden zu einer Grossgemeinde zusammengeschlossen werden, braucht es keinen Dachverband mehr. Doch nun haben Hirzenbach und Witikon gegen diese Auflösung Rekurs eingelegt und damit den geplanten Zeitplan durcheinandergebracht.

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Massiver Mehraufwand und Doppelspurigkeiten

„Es kommt eine Gewitterfront auf uns zu“, wird Andreas Hurter, Präsident des Zürcher Stadtverbandes, auf ref.ch zitiert. Ohne die Auflösung der Verbands wäre die Fusion nicht sinnvoll, heisst es von Seiten der Kirche. Der Weiterbestand des Stadtverbands würde zu Doppelspurigkeiten, massiven Mehraufwand und einer unübersichtlichen Rechtslage führen. Die neue Kirchgemeinde Zürich wäre zudem benachteiligt. Hirzenbach und Witikon hätten zusammen die Mehrheit in der Zentralkirchenpflege und im Verbandsvorstand. Die Grosskirchgemeinde wäre auch finanzrechtlich nicht handlungsfähig, da der Stadtverband die Kompetenz für grössere Finanzgeschäfte behalten würde.

Es geht um Steuergelder

Derzeit verhandelt der Stadtverband mit den beiden Kirchgemeinden Hirzenbach und Witikon. Bei den Verhandlungen gehe es um organisatorische Fragen sowie um die Vermögens- und Steuerausscheidung. Bisher hat jede Kirchgemeinde einen Pro-Kopf-Anteil der gesamtstädtischen Kirchensteuern erhalten. Da auf dem Gebiet von Hirzenbach und Witikon durchschnittlich weniger Unternehmen ihren Sitz haben, würden die Einnahmen der juristischen Kirchensteuern bei einer Eigenständigkeit dort künftig sinken. Eine Einigung konnte jedoch noch nicht erzielt werden. Es ist also gut möglich, dass der Reformierte Stadtverband auch über den 1. Januar hinaus bestehen bleibt. Dann müsste der Termin des Zusammenschlusses auf unbestimmt verschoben werden.

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