Montag • 11. Dezember
Synodenbeschluss
15. November 2017

EKD streicht idea die finanzielle Unterstützung

Der Haushalt wurde bis auf eine Enthaltung einstimmig verabschiedet, Wortmeldungen gab es in der Aussprache nicht. Foto: PR Fotografie Koehring
Der Haushalt wurde bis auf eine Enthaltung einstimmig verabschiedet, Wortmeldungen gab es in der Aussprache nicht. Foto: PR Fotografie Koehring

Bonn (idea) – Die EKD wird ihren Zuschuss für die Evangelische Nachrichtenagentur idea in den nächsten zwei Jahren kürzen und ab 2020 schließlich vollständig streichen. Das geht aus dem Haushalt für 2018 hervor, den die Synode am 15. November in Bonn verabschiedet hat. Demnach wird der EKD-Zuschuss für idea von bislang 132.000 Euro jährlich auf 90.000 Euro im Jahr 2018 und auf 60.000 Euro im Jahr 2019 gekürzt werden. Ab 2020 soll die seit den 80er Jahren gewährte Finanzspritze entfallen. Die entsprechende Vorlage hatte der Haushaltsausschuss erarbeitet. Das EKD-Ratsmitglied, Andreas Barner (Ingelheim bei Mainz), begründete die Streichung bei der Vorstellung des Haushaltes damit, dass die EKD ihren Förderschwerpunkt im Bereich der evangelikalen Publizistik neu ausrichte. Hierfür würden die Zuwendungsmittel von idea abgeschmolzen und in einen Projektförderfonds investiert. Dem Vernehmen nach sollen sich evangelikal geprägte Medienwerke um Mittel aus dem Fonds bewerben können. Details sind jedoch noch nicht bekannt. idea ist das einzige evangelische Medienwerk, dessen Zuschuss gekürzt wird. Die EKD hatte idea vorher nicht darüber informiert.

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Vorsitzender der „Apis“: Wo bleibt die Begründung?

Der Haushalt wurde bis auf eine Enthaltung einstimmig verabschiedet, Wortmeldungen gab es in der Aussprache nicht. Enthalten hatte sich der Vorsitzende des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Württemberg „Die Apis“, Pfarrer Steffen Kern (Walddorfhäslach bei Reutlingen). Nach der Entscheidung sagte er gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, er befürworte zwar, dass auch andere Medien aus dem evangelikalen Bereich gefördert werden sollen: „Allerdings stelle ich infrage, dass der ohnehin überschaubare Zuschuss an idea ohne Begründung gekürzt wird.“ Man müsse idea nicht mögen und dürfe auch Kritik üben: „Aber gerade inhaltliche Anfragen sind, sofern sie denn bestehen, offen und sachlich im Gespräch zu klären und nicht auf der Ebene des Haushalts.“ Zum Vergleich: Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) erhält im kommenden Jahr 12,159 Millionen Euro (2017: 11,975 Millionen Euro).

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