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EKD
26. Januar 2020

Seenotrettung sorgt für Streit hinter den Kulissen

Auch innerhalb der EKD gibt es Vorbehalte gegenüber dem Bündnis zur Seenotrettung. Screenshot: www.united4rescue.com
Auch innerhalb der EKD gibt es Vorbehalte gegenüber dem Bündnis zur Seenotrettung. Screenshot: www.united4rescue.com

Frankfurt/Hannover (idea) – Das Engagement für die Seenotrettung von Flüchtlingen sorgt in der EKD für Streit hinter den Kulissen. Das schreibt die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (Ausgabe vom 25. Januar). Hintergrund: Die EKD hat zusammen mit anderen Organisationen das Bündnis „United4Rescue“ gegründet, das ein Schiff für die Seenotrettung im Mittelmeer kaufen soll. Gegen dieses Vorhaben gebe es große Vorbehalte innerhalb der Kirche, schreibt die Zeitung. Das lasse sich daran ablesen, dass die wichtigsten und bekanntesten Verbände der EKD dem Bündnis nicht beigetreten seien.

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So seien zwar viele Untergliederungen der Diakonie Bündnispartner bei „United4Rescue“, nicht aber der Bundesverband der Diakonie und das Hilfswerk „Brot für die Welt“. Offiziell werde die Entscheidung gegen eine Beteiligung nicht begründet, aber intern sei es „kein Geheimnis, dass es zwischen der EKD-Führung und der Diakonie-Spitze Meinungsverschiedenheiten über das Schiff gibt“.

Ein Grund dafür sei, dass die Diakonie-Spitze die Fokussierung der EKD auf die zentrale Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien nicht für sinnvoll halte. Die Flüchtlingszahlen auf dieser Route seien rapide gesunken und „das Geschehen spielt sich längst wieder weiter östlich zwischen der Türkei und Griechenland ab“. Die Hilfswerke setzten mit ihren eigenen Projekten auch nicht bei der Seenotrettung an, sondern bei der Bekämpfung von Fluchtursachen in den Herkunftsländern und der Integration von Flüchtlingen hierzulande.

„Bei der Entscheidung, sich dem ,United4Rescue‘-Bündnis nicht anzuschließen, mag auch die Konkurrenz um Spenden eine Rolle gespielt haben“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung weiter. Der Start der Kampagne für „United4-Rescue“ in der Vorweihnachtszeit überschnitt sich zeitlich mit der jährlichen Spendenaktion von „Brot für die Welt“.

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