Mittwoch • 20. Januar
Gemeinsam statt einsam
26. November 2020

„Die Weihnachts-Story kreativ aufgearbeitet“

Andi Bachmann-Roth: „Inspirierende Aktionen aus dem In- und Ausland.“ Foto: SEA/zvg
Andi Bachmann-Roth: „Inspirierende Aktionen aus dem In- und Ausland.“ Foto: SEA/zvg

idea: In der Kirche fünfzig Personen, in der Stube zehn - solche Regeln vermiesen uns das Weihnachtsfest! Was unternimmt die SEA, damit die Weihnachtsbotschaft nicht in Vergessenheit gerät?
Bachmann-Roth: Corona ist wirklich ein Spielverderber! Wenn wir an Weihnachten mit Familie und Freunden nahe sind, einander beschenken und uns gemeinsam besinnen, dann ist das mehr als Nostalgie oder Romantik. Dann machen wir etwas davon erfahrbar, was Gott vor 2000 Jahren für uns getan hat: Dass Gott uns als kleines Kind in der Krippe ganz nahe gekommen ist und sich uns selber geschenkt hat. Man mag jetzt bedauern, dass keine Krippenspiele und Musicals durchführbar sind. Wir wollen aber trotz der Einschränkungen die vorhandenen Möglichkeiten sehen. Darum haben wir die Aktion "Gemeinsam statt einsam - Weihnachten neu erleben" lanciert. Wir sammeln inspirierende Aktionen aus dem In- und Ausland, die uns ermutigen, die hoffnungsvolle Weihnachtsbotschaft mit den Menschen zu teilen, mit denen wir noch nahe sein können.

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Das klingt nach einer Art Adventskalender für den Hauskreis - richtig?
Kirchen und Werke sind enorm kreativ geworden und die Angebote sind sehr vielfältig! Es gibt Aktionen für Familien, Kinder, Hauskreise und Gemeinden. Die SEA wird im Advent täglich ein Angebot vorstellen. Darunter sind auch einige virtuelle Adventskalender, zum Beispiel jener von MAF oder der VFMG, der die Weihnachts-Story mit Whiteboard-Painting erzählt.

Die Kampagne wurde in Deutschland konzipiert. Kann sie auch in der Schweiz zünden?
Zumindest in der Deutschschweiz kann sie zünden, aufgrund der gemeinsamen Sprache. "24 x Weihnachten neu erleben" überzeugt durch starke Inhalte. Die Story von Weihnachten wurde von unseren deutschen Freunden kreativ und professionell aufgearbeitet. Mit Videos, Predigtvorlagen und sogar einem eigenen Buch. Zudem passt das Projekt gut in unsere Zeit, weil es total skalierbar ist. Werden die Corona-Massnahmen verschärft, funktioniert das Ganze auch wunderbar von zu Hause aus oder in kleinen Gruppen. Und es ist ein Miteinander-Projekt. Der Autor des Buches "Oskar König" ist ein Pseudonym. Ganz bewusst wollte man keine Person in den Vordergrund stellen, sondern die Weihnachtsbotschaft. Es ist also eine Aktion ganz im Geist der Allianz: gemeinsam besser.

Warum fehlen die Schweizer Beiträge?
Weil alles spontan und schnell entstanden ist, konnten wir Schweizer uns nicht aktiv in die Produktion einbringen. Aber wenn etwas gut ist, müssen wir nicht zwingend auch noch unseren "Käse" dazugeben.

Die Landeskirchen gestalten mit "Trotzdem Licht" eine eigene Aktion, ohne die SEA und ohne die Freikirchen. Wurden keine Gespräche für einen gemeinsamen Auftritt geführt?
Wir kamen erst miteinander ins Gespräch, als die verschiedenen Aktionen bereits pfannenfertig vorlagen. Zwar gibt es regelmässige Treffen, aber im relevanten Zeitfenster haben wir uns nie getroffen. Zurzeit überschlagen sich die Ereignisse in solchem Tempo, dass wir den informellen Austausch schlicht verpasst haben. Als SEA werden wir die tolle Aktion der EKS "Trotzdem Licht" gerne in unserer Kampagne aufnehmen und empfehlen. Um in Zukunft Doppelspurigkeit zu vermeiden, werden wir weiter an einem guten Austausch und an vertrauensvollen Beziehungen arbeiten.

Zurück zur SEA-Kampagne ..., ist es möglich, sich auch als Einzelperson zu beteiligen, ohne Kleingruppe oder Kirche?
Ja. Die auf "Gemeinsam statt einsam" vorgestellten Angebote sind für Kirchen, Gruppen und Einzelpersonen interessant. Wir haben zum Beispiel ein Padlet realisiert, auf dem wir Ideen sammeln, wie wir in der Corona-Zeit die Liebe Gottes einfach und praktisch weitergeben können. Gerade Leitende können durch den Ideenpool entlastet werden; sie müssen nicht alles selber produzieren.

Wie werden Sie persönlich Weihnachten verbringen?
Ruhig und besinnlich wird es mit unseren vier kleinen Mädchen auch an Weihnachten nicht! Uns ist es wichtig, die Weihnachtsgeschichte für und mit den Kindern zu erleben: In der Adventszeit reisen wir mit den Krippenfiguren Maria und Josef jeden Tag ein Stück durch die Wohnung, bis wir am 24. Dezember in "Bethlehem" ankommen. An Weihnachten spielen wir die Weihnachtsgeschichte in einem Theaterspiel nach. Begehrt sind die Rollen als Engel und Hirten! Natürlich sind gutes Essen und Geschenke auch wichtig. Und als Grossfamilie müssen wir uns aufsplitten, weil sonst zu viele wären.
(Interview: Rolf Höneisen)