Mittwoch • 19. September
Bibel in Mundart
04. September 2018

Den Bernern aufs Maul schauen

Stingelin, Kohli:„Möglichst gut verständlich.“ Foto: zvg
Stingelin, Kohli:„Möglichst gut verständlich.“ Foto: zvg

Bern (idea/hg) - Mundart ist gefragt: Junge Leute schreiben ihre WhatsApp-Nachrichten in ihrem Dialekt. Der Mundartsong "079" von Lo & Leduc ist Rekord-Spitzenreiter in der Hitparade. Das brachte Urs Stingelin (u. a. Projektleiter bei der Revision der "Hoffnung für alle") und Pastor Philipp Kohli auf die Idee, das Lukas-Evangelium auf Berndeutsch zu übersetzen. Damit möchten die beiden die Bibel erneut ins Gespräch bringen und Menschen zum Lesen animieren.

ANZEIGE

Möglichst nahe an der Umgangssprache

Mit der Dialekt-Übersetzung des Lukas­-Evangeliums versucht Kohli möglichst nahe an der Sprache der Leute auf der Strasse zu sein. Damit knüpft er an der bekannten These von Luther an, man müsse nicht die lateinischen Buchstaben fragen, sondern hören, wie die Mütter zu Hause, die Kinder auf der Gasse und das Volk auf dem Markt miteinander reden. "Den Leuten aufs Maul schauen" hilft, die Bibel so zu übersetzen, dass Menschen verstehen, was gemeint ist. Mit dem Fokus auf eine möglichst gute Verständlichkeit des Bibeltextes in der Umgangssprache hoffen sie, dass es ihnen gelingt, besonders die junge Generation anzusprechen.

Traum vom geistlichen Aufbruch

Die Vision von Philipp Kohli (Hauptübersetzer) und Urs Stingelin (Projekt-­Coaching in Zusammenarbeit mit dem Verlag Fontis) ist aber grösser: "Wir träumen von einem neuen geistlichen Aufbruch unter berndeutsch sprechenden Menschen. Darum wollen wir das Lukas-Evangelium neu in die Umgangssprache übersetzen."

Unterstützer gesucht

Beobachtungen von geistlichen Aufbrüchen zeigen drei Kernelemente: Wiederentdeckung der Bibel und ihrer Botschaft, Kommunikation der Bibel und ihrer Inhalte in der Umgangssprache und Wiederentdeckung des Lebens und Wirkens von Jesus Christus. Philipp Kohli und Urs Stingelin suchen nun Menschen, die mit ihnen diese Vision teilen - ideell und finanziell. Die beiden rechnen mit Gesamtkosten von 30 000 Franken für die Produktion des Lukas-Evangeliums.

 

 

 

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser 48 Stunden kommentiert werden.