Montag • 1. Juni
Auf Matthias Spiess folgt Andi Bachmann-Roth
12. Mai 2020

Das SEA-Führungsduo ist wieder komplett

Wer will, kann dieses Bild als Stabübergabe deuten: Matthias Spiess (r.) reicht seinem Nachfolger als SEA-Generalsekretär, Andi Bachmann-Roth, ein Rüebli. Ganz links Co-Generalsekretär Marc Jost. Foto: Foto: Pino Stranieri/www.erblicken.ch
Wer will, kann dieses Bild als Stabübergabe deuten: Matthias Spiess (r.) reicht seinem Nachfolger als SEA-Generalsekretär, Andi Bachmann-Roth, ein Rüebli. Ganz links Co-Generalsekretär Marc Jost. Foto: Foto: Pino Stranieri/www.erblicken.ch

Zürich (idea/rh) - Das neue Führungsduo der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA heisst Andi Bachmann-Roth und Marc Jost. Beide sind bereits acht Jahre gemeinsam unter dem Dach der SEA tätig: Andi Bachmann-Roth als Leiter der Jugendallianz und Marc Jost als Generalsekretär zusammen mit Matthias Spiess. Andi Bachmann-Roth (41), ist wie sein Vorgänger Matthias Spiess gelernter Automechaniker. Neben verschiedenen Leitungsfunktionen in der kirchlichen Jugendarbeit hat er berufsbegleitend ein Studium in Theologie (Mth) absolviert. Er und seine Frau erwarten im Sommer ihr viertes Kind. Ursprünglich aktiv in der BewegungPlus, ist Bachmann-Roth heute Teil der reformierten Stadtkirche Lenzburg. Er tritt die neue Leitungsaufgabe bei der SEA mit einem Pensum von 60 Prozent an. In einem Interview mit dem Wochenmagazin ideaSpektrum äusserten sich Matthias Spiess und sein Nachfolger Andi Bachmann-Roth über Vergangenheit und Zukunft der Allianz-Arbeit. Bachmann-Roth wird den Bereich Kirche übernehmen.  

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Nicht irgendein Job, sondern eine Berufung

Matthias Spiess startete 2003 als Praktikant bei der SEA, wurde anschliessend zum Jugendbeauftragten berufen und schliesslich zum Generalsekretär. Als Höhepunkte seiner Allianz-Tätigkeit nannte er gegenüber idea die Christustage, die Kampagne "Jesus ist ...", das PraiseCamp oder die Zeitung "Viertelstunde", die vor Ostern an fast zwei Millionen Menschen verteilt wurde. Spiess: "Dahinter stand ein Zusammenspiel von Führungen Gottes und menschlichen Taten, die sich wunder- und kraftvoll zusammenfügten." Etwas Besonderes hätten sie im Jahr der grossen Flüchtlingswelle erlebt. "Via Crowdfunding erhielten wir so viele Spenden, dass wir eine Fachfrau für die Platzierung von Flüchtlingen in Familien einsetzen konnten", erzählt Matthias Spiess. Das zeige einerseits das grosse Vertrauen in die SEA und anderseits, wie unkompliziert und rasch die SEA handeln könne.

Zähe Diskussionen um Sexualethik

Als inhaltlich schwierig erlebte der abtretende Generalsekretär die derzeit diskutierten sexualethischen Themen. Sie sind gesellschaftlich und innerkirchlich umstritten. Spiess bedauert im idea-Interview, dass diese Diskussion - auch in den Medien - sehr viel Raum einnimmt, "obwohl diese Diskussion nicht den Kern des Evangeliums betrifft". In welche Aufgabe sich der 52-jährige Spiess künftig investieren wird, ist noch offen. Die offizielle Stabübergabe bei der SEA hätte anlässlich der Delegiertenversammlung stattfinden sollen. Diese kann wegen des derzeitigen Veranstaltungsverbots aber erst Ende August über die Bühne gehen.

Bachmann-Roth: "Das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren"

Der neue Generalsekretär Andi Bachmann-Roth beschreibt die SEA als Plattform, die andere in Bewegung setzt. Wo will er Impulse setzen? Er zieht den Vergleich mit einem Tanz heran. Christinnen und Christen versuchten sich oft krampfhaft im Tanz zu halten. Bachmann-Roth: "Wir beschäftigen uns mit der komplizierten Choreografie des Glaubens, die wir stimmig machen wollen. Dabei vergessen wir zu tanzen!" Es sei sein grosses Anliegen, dass Christinnen und Christen in der Schweiz das Wesentliche des Glaubens nicht aus den Augen verlieren, nämlich "die pure Freude am Leben mit Jesus". Es gehe darum, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden und nach der Melodie des kommenden Reiches Gottes zu tanzen.  

Mit starkem Wunsch zur Einheit

Andi Bachmann-Roth geht davon aus, dass die verbindende Aufgabe der SEA in einer pluralistischen Gesellschaft noch wichtiger werden wird. Kirchen sollten nicht nur einfach miteinander auskommen, sondern aus einem starken inneren Wunsch heraus als Einheit auftreten, so hofft er. Christinnen und Christen in der Schweiz sollten aufgrund der Liebe auffallen, die sie untereinander lebten. Diese Einheit zeige, dass Gott die Welt nicht vergessen habe.

Das Interview mit Matthias Spiess und Andi Bachmann-Roth wurde im Wochenmagazin ideaSpektrum 20-20 veröffentlicht.