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Freikirche Porte Ouverte in Mulhouse
06. März 2020

Weitere Corona-Fälle nach Fastenwoche

Bild: Printscreen https://porte-ouverte.com
Bild: Printscreen https://porte-ouverte.com

Mulhouse (idea/dgrh) - Mehrere Personen aus der überregional bekannten Freikirche Porte Ouverte in Mulhouse (Elsass) sind mit dem Coronavirus infiziert. Sie gehörten zu den rund 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer Fastenwoche. Diese war von der Gemeinde vom 17. bis 24. Februar durchgeführt worden. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Regionen Frankreichs, dazu aus Belgien, Deutschland und der Schweiz. Auf Anweisung der Behörden übertrug die Gemeinde "Porte Ouverte"ihren Gottesdienst vom 3. März über Internet, ohne Teilnahme der Gemeinde vor Ort.

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Das regionale Gesundheitsamt ruft nun Teilnehmer der Fastenwoche auf, zweimal täglich die Körpertemperatur zu überwachen und auf Husten und andere Atemprobleme zu achten. Bei Fieber oder sonstigen Grippesymptomen und Atemproblemen sollen sie die Hotline anrufen, die in ihrer Region für Fälle von Coronavirus-Infektionen eingerichtet ist. Man soll sich nicht direkt zum Arzt oder zur Notfallstation begeben. Ausserdem werden die auch von anderen Ämtern verordneten Hygienemassnahmen wie zum Bespiel das Händewaschen aufgezählt.

Familie des Pastors betroffen

Der leitende Pastor Samuel Peterschmitt bedauert die Ansteckungen und sagt den Besuchern und Gemeindemitgliedern die Fürbitte des Teams zu. "Bleiben wir im Frieden und im Vertrauen auf unseren Herrn", schreibt er in einer Mitteilung. Selber ist er laut bfmtv.com auch infiziert. Sein Sohn Jonathan, Arzt von Beruf, sei ebenfalls betroffen und habe seine ärztliche Tätigkeit unterbrochen. "Letzte Woche war es wie eine wenig aggressive Erkältung ohne weitere Symptome", wird er zitiert. Er fühle sich momentan gut. In seinem Haushalt seien drei Personen infiziert und seine Familie sei in Quarantäne.

Prefektur schliesst Schulen

Die Prefektur wendet sich wegen des Falls ebenfalls an die Öffentlichkeit. Mitglieder zweier Familien seien betroffen, eine aus Hésingue und die andere aus Bernwiller. Sie seien hospitalisiert. In diesen beiden Orten verbot die Prefektur nun öffentliche Versammlungen. Ebenfalls schloss sie die Schulen der Kinder dieser Familien und die von Porte Ouverte geführte Schule "Oberlin" im Mulhouser Ortsteil Bourtzwiller. In diesem Ortsteil befinden sich auch die Gemeinderäumlichkeiten.

Zwei Berner Infizierte waren im Raum Mulhouse

In der Nacht auf den 4. März wurde im Kanton Bern der Coronavirus bei zwei Personen festgestellt, die sich im Raum Mulhouse aufgehalten haben. Dies schreibt das kantonale Führungsorgan auf be.ch. Die eine Person wohne in Biel, die andere im Kanton Jura. Letztere sei im bernischen St. Imier hospitalisiert. Ob diese Person bei "Porte Ouverte" waren, wird nicht angegeben. Es sei derzeit unklar, ob der Aufenthalt im Raum Mulhouse zur Exposition geführt habe. Die Personen hätten sich in keinem betroffenen Gebiet gemäss BAG-Liste aufgehalten und hätten keinen wissentlichen Kontakt zu an Coronavirus erkrankten Personen.

Zehn neue Fälle in Neuenberg im Zusammenhang mit Mulhouse

Der Kanton Neuenburg hat am 6. März zehn neue Coronavirus-Fälle gemeldet, acht davon sind bereits bestätigt. Es wird vermutet, dass diese Personen sich beim Fastentreffen von «Porte Ouverte» im Französischen Mülhausen - rund 25 Kilometer von Basel entfernt - infiziert haben. Dies teilte die Staatskanzlei Neuenburg mit. Der Kanton zählt bis jetzt 15 Coronavirus-Fälle. 13 davon sind bestätigt. Wie das Nachrichtenportal nau.ch mitteilt, sei in Neuenburg der Zivilschutz in Alarmbereitschaft versetzt worden. Damit müssen die Zivilschützer darauf vorbereitet sein, für die Unterstützung von Partnerorganisationen eingesetzt zu werden.